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Piratenpartei lehnt gefordertes Verbot von Computerspielen als wirkungslos ab

In einem Interview mit der Heilbronner Stimme hat der Baden-Württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) „Killerspiele“ als „abartig und gefährlich“ bezeichnet und ein Verbot verlangt. Rufe nach einer Verschärfung des Waffenrechtes wies er jedoch als unbegründet zurück.

Die  Piratenpartei Baden-Württemberg lehnt diese aktionistische Forderung nach einem Verbot von Computerspielen entschieden ab. „Ein Verbot sogenannter Killerspiele ist aktionistisch und wirkungslos“, so Sabine Sartore, Bezirkssekretär aus Karlsruhe. „Gewaltverherrlichende Computerspiele sind in Deutschland schon lange verboten; die auf dem Markt befindlichen Spiele werden eingehend von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft und in entsprechende Alterszulassungen eingeteilt. Die einfachste Forderung ist selten die richtige. Computerspiele sind Teil unserer Kultur, und es wird Zeit, dass die Politik dies begreift.“ 2008 wurde der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen als Mitglied des Deutschen Kulturrat aufgenommen.

Werden Kinder zu Mördern oder Amokläufern so liegt es nicht an Computerspielen. Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert daher eine echte Analyse der Ursachen und eine Antwort auf die Frage, wie diese in Zukunft beseitigt werden können. Dass die Landesregierung sich dieser Aufgabe nicht stellen möchte und einen Ausbau der Schulsozialarbeit ablehnt, wirkt hier leider problemverschärfend. Der Deutsche Kulturrat forderte bereits 2008 die verstärkte Vermittlung von Medienkompetenz an den Schulen. Die Piratenpartei stimmt diesem Vorschlag zu. Besser wäre es, unsere Landesregierung würde ihre Zeit in eine Reform des Bildungssystems investieren und Jugendlichen bessere Zukunftsaussichten ermöglichen“, meint auch Hanno Wagner, stellvertretender Vorsitzender im Landesverband Baden-Württemberg.

Aktionistische Forderungen und leere Worthülsen können die tatsächlichen Herausforderungen nicht lösen egal wie oft sie wiederholt werden. Probleme entstehen, wenn Kinder und Jugendliche in der Schule ausgegrenzt oder gemobbt werden, wenn sie keinerlei Perspektiven haben, wenn Ansprechpartner an den Schulen in Person von Sozialarbeitern oder Jugendpsychologen fehlen – dieser Entwicklung gilt es zu begegnen. Kein leichter Weg aber einer, den zu gehen sich lohnt!

6 Kommentare zu “Piratenpartei lehnt gefordertes Verbot von Computerspielen als wirkungslos ab

  1. Wenigstens eine Partei die etwas Wert auf Fakten legt. Vor allem sollte man sie beachten, weil die meisten im Vergleich zu anderen Politikern Experten in diesem Bereich sind.

  2. http://www.daddeldepot.com/news.php?id=3330

    Diesen Brief sollte man Herrn Rech um die Ohren hauen, wenn er wieder Aussagen macht um die Gunst von Leuten zu erlangen, für die sich nicht mehr die Frage stellt wovon sie leben sondern woran sie sterben.

    Es ist die tragische Geschichte eines jungen Menschen, die zum Glück gerade noch mal gut ausgegangen ist und beleuchtet, daß es zwei Extreme gibt, in die verzweifele Menschen getrieben werden: Selbstmord und Amoklauf. Wenn man diese beiden Extremtaten zusammenfaßt kommt man auf das Ergebnis, daß hier dringend Handlungsbedarf besteht und nicht die Zeit für dämliches Gewäsch ist!

    Herr Rech sollte lieber in Rente gehen. Er versucht modernen Problemen immer noch hilflos mit alten Lösungsansätzen beizukommen, die schon vor 30 Jahren, als Rollenspiele wie AD&D und DSA als Sündenbock ins Visier von ultrakonservativen Betonköpfen gekommen sind, falsch waren.

  3. Pingback: lars-haise.de :: WEBLOG | Ein Jahr Bedenkzeit hat der Landesregierung nichts gebracht

  4. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Computerspiele fördern eben nicht Gewaltausbrüche. Und das gibt jemand von sich, der es wirklich wissen muß: Onkel Sam. Er beschwert sich nämlich, daß die Rekruten zu intellektuell und verweichlicht sind und macht Computerspiele dafür verantwortlich. Ich wünsche Herrn Rech, daß er mal einer Schweinshaxe begegnet, die sein Leben verändert, aber bis dahin kredenze ich ihm einen Teller Erkenntnis:

    http://www.golem.de/1003/73994.html

  5. Also ich nenne in dem Zusammenhang immer ganz gerne den Spruch:

    “Erst wenn das letzte Computerspiel indiziert ist, der letzte Film zensiert ist und das Fernsehen wie wir es kennen verboten ist, werden die Eltern erkennen dass man Kinder trotzdem erziehen muss…”

    Kann die Pirateenpartei also in diesem Zusammenhang nur unterstützen!

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