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Piratenpartei-Kandidat trotz Eintrittskarte bei Podiumsdiskussion ausgesperrt

Heute fand in Singen eine große Diskussionsveranstaltung zur Landtagswahl statt. Veranstalter ist das Singener „Wochenblatt“. Dabei wurden die Vertreter von Parteien, die nicht zu der Podiumsdiskussion zugelassen wurden, nicht in den Saal gelassen. Aus diesem Grund konnte beispielsweise der Kandidat der Piratenpartei, Markus Haberstock, an der Diskussion weder selbst teilnehmen, noch konnte er ihr als interessierter Zuschauer folgen.

Die Piratenpartei verurteilt die undemokratische Aussperrung ihres Kandidaten aufs Schärfste. „Den politischen Gegner von Veranstaltungen zu jagen, mag zwar einfach sein. Es wirft aber kein gutes Licht auf das Demokratieverständnis der beteiligten Parteien“, kritisiert Sebastian Nerz, Landesvorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg.

Schon in den vergangenen Tagen war es zu einem unwürdigen Schauspiel um die Podiumsdiskussion gekommen. So sollte aus einer großen Diskussion erst eine Zweiklassen-Veranstaltung werden, dann wurde die Diskussion in trauter Eintracht der Parlamentsparteien abgehalten.

Die Politposse um die Podiumsdiskussion des Singener Wochenblatts gipfelte im heutigen Verhalten von Veranstaltern und Medien. Selbst Landtagskandidaten, die gültige Eintrittskarten hatten und wieder ausgeladen worden waren, wurden nicht einmal in den Saal gelassen. „Ich stand auf einer Liste mit unerwünschten Personen, die nicht in den Saal gelassen werden sollten“, berichtet Markus Haberstock, Kandidat der Piratenpartei in Singen.

Ute Hauth, Landtagskandidatin für Konstanz, versteht die Welt nicht mehr: „Es ist schon lange klar, dass die PIRATEN ebenso wie die anderen nicht im Landtag vertretenen Parteien benachteiligt werden. Aber das, was in Singen passiert, schlägt dem Fass den Boden aus“.

In zahlreichen anderen Städten sind Mitglieder der Piratenpartei gern gesehene Gäste bei Podiumsdiskussionen, um den Besuchern ihre Ideen und Ziele zu erläutern – in Konstanz beispielsweise bei Veranstaltungen von ver.di und dem Jugendgemeinderat Radolfzell. Zu einer Aussperrung von PIRATEN-Kandidaten trotz gültiger Eintrittskarte kam es in ganz Baden-Württemberg noch nie.

18 Kommentare zu “Piratenpartei-Kandidat trotz Eintrittskarte bei Podiumsdiskussion ausgesperrt

  1. Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

    -Mahatma Ghandi

  2. Hallo,
    bitte schlagt mal Alarm, sobald es eine Stellungnahme gibt. Ich bin sehr interessiert an den Rechtfertigungen für ein solches Verhalten.

    Beste Grüße aus Jena

  3. Politikus

    Den Absatz versteh ich nicht:
    “Die Piratenpartei verurteilt die undemokratische Aussperrung ihres Kandidaten aufs Schärfste. „Den politischen Gegner von Veranstaltungen zu jagen, mag zwar einfach sein. Es wirft aber kein gutes Licht auf das Demokratieverständnis der beteiligten Parteien“, kritisiert Sebastian Nerz, Landesvorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg.”

    Veranstalter ist das Singener Wochenblatt, was haben da die anderen Parteien mit der Türsteherpolitik zu tun? Die Piraten sollten auf andere Parteien nur einhauen, wenn das auch begründet ist, sonst wirds schnell unglaubwürdig und man bekommt den Stempel der “Anti-Parteien-Partei”. Da sollte man vorsichtig sein.
    Grüße

  4. Anne O. Nymous

    > was haben da die anderen Parteien mit der Türsteherpolitik zu tun? [..] Die Piraten sollten auf andere Parteien nur einhauen, wenn das auch begründet ist

    Wenn Hinterzimmerpolitik unter Ausschluss von bestimmter Öffentlichkeit gemacht wird, dann sollte man es korrekterweise nicht Podiumsdiskussion nennen.

    Bei Kenntnis obengenannter Dinge und entsprechendem Demokratieverständnis hätte jede teilnehmende Partei kurzerhand das Podium verlassen können. Nun kann man noch argumentieren “die haben das nicht gewusst” – in Deutschland oft gehört. Manchmal fehlt aber einfach nur Rückgrad.

  5. Schweinerei, und da brauch auch keiner die anderen Parteien in Schutz nehmen, wie mein Vorredner schon gesagt hatte das hätten die anderen Partei nicht dulden dürfen.

    Wir sollten die Demokratie stärken, das gilt für JEDE Partei in Deutschland!

  6. > Veranstalter ist das Singener Wochenblatt,
    > was haben da die anderen Parteien mit der Türsteherpolitik zu tun?

    nun, zum Beispiel dass vermutlich in der Vorstandsetage der Zeitung gewisse Parteibücher eine überwiegende Mehrheit haben. Wir kennen das hier aus Bremen in etwas anderer weise, indem von unserem städtischen Hauptprintmedium unsere Pressemeldungen zumeist grundsätzlich ignoriert werden.

  7. Apfelmann

    CDU in Radolfzell will 160 meter wasserfontaene… nur um eine groessere als Genf zu haben… siehe Suedkurier

    ich mutmase mal Dorgen oder nur Doff.

    Da wird klar die Coole Deppen Union (CDU) in allen Ebene vollkommen abgehoben. wie man an singen sehen.

  8. @Apfelmann:
    Die Abkürzung (Coole Deppen Union) ist gut…sollte ich wohl demnächst auf einem T-Shirt aufdrucken und bei mir im Betrieb anziehen.
    Einer meiner Chef’s würde das Sicherlich gefallen…ist überzeugter CDU Wähler und was anderes zählt bei ihm überhaupt nicht. Da sieht man mal wieder Unternehmer=CDU Wähler…wahrscheinlich würde ich gleich eine Abmahnung bekommen. 😉

  9. Der wahre Grund für die ausgefallene Veranstaltung: http://www.npd-bw.de/4101

  10. Der wahre Grund für die Absage der veranstaltung: http://www.npd-bw.de/4101

  11. Amira Sauer

    Seit wann leben wir denn in einer Demokratie? Habe ich da was verpasst?
    Falls ja dann verlasse ich den demokratischen Sektor der Bundesrepublik Deutschland jeden Morgen beim einstempeln zu Dienstbeginn.

  12. Pingback: Piratenpartei erneut über Diskriminierung kleinerer Parteien erregt « DeutschlandEcho

  13. Diese Stellungsnahme habe ich vom Wochenblatt erhalten:

    “Sehr geehrter Herr L***

    Sie wollten eine Stellungnahme zur Veranstaltung am Aschermittwoch in der Singener Scheffelhalle..
    Wie ich aus Ihrer Wortwahl entnehme ,sind Sie ganz offensichtlich ein ganz besonders schlauer und kommunikativer Mensch ,so dass Sie wissen müssten wer diese Schmierenkomödie zu verantworten hat .
    Wir hatten die Möglichkeit die Veranstaltung so wie sie abgelaufen ist durchzuführen oder abzusagen.
    Geplant war sie anders .Absagen wollten wir nicht ..
    Den Grund hierfür müssen Sie uns überlassen. Wir sind was diese Veranstaltung anbelangt genug genötigt und erpresst worden und haben schlicht und ergreifend die Nase voll davon.mit jedem, der sich dazu berufen fühlt, über den Ablauf zu diskutieren.
    Unabhängig davon werden wir uns wesentlich länger als ursprünglich geplant mit den Umständen dieser Veranstaltung beschäftigen .
    Falsch ist das irgendjemand der eine gültige Eintrittskarte hatte abgewiesen wurde.
    Es sei denn er wollte mitdiskutieren .

    Selbstverständlich werden wir Ihrem Wunsch entsprechen und das Wochenblatt nicht mehr in Ihren Briefkasten stecken .

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Peschka”

  14. Das soll eine offizielle Stellungsnahme sein? Traurig…

    Trotzdem würde ich gerne auch das Schreiben von dir bofh sehen. Außerdem finde ich es nicht richtig deinen Namen zu schwärzen und den von Peter stehen zu lassen.

  15. Ja, die Antwort kann man erst werten, bevor man die Frage kennt.

    Auch in Bezug auf die asymmetrische Namensnennung schließe ich mich an.

    Die Piratenpartei hat im Fall Bodo Thiesen deutlich gezeigt, wie sie mit Menschen und Meinungen umgeht, die sie nicht teilt. Das relativiert die Sache mit dem Wochenblatt.

  16. postmaster

    ist nicht der grund dass keiner mit den rechten auf dem podium sitzen wollte: http://www.see-online.info/26170/absagen-weitere-singener-kandidaten-ziehen-die-notbremse/ ?

  17. Interessant. Nun wird deutlich, was gemeint ist, wenn das Wochenblatt schreibt, “genötigt und erpresst” worden zu sein. Offenbar haben linke Kräfte (wer sonst?) erpresst und genötigt, um Diskussion zu verhindern.

    Die Piratenpartei hat zwei Möglichkeiten: Entweder sie etabliert sich als Partei der Meinungsfreiheit oder sie etabliert sich als Partei linker Meinungsfreiheit.

    Bislang sieht es leider nicht danach aus, als würde sie die gebotene Balance wahren und auch rechten Freiheitsfreunden Heimat geben. Heute habe ich sie noch mal gewählt, aber das muss nicht so bleiben.

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