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SWR bietet dem Fraunhofer-Institut Präsentationsfläche für militärische Technik

An diesem Wochenende präsentierte der SWR gemeinsam mit der Stadt Heidenheim das “SWR4-Fest” im Brenzpark in Heidenheim. Schlager wechselten sich mit volkstümlicher Musik ab. Rund 20.000 Besucher strömten bei durchwachsenem Wetter in die Stadt auf der Ostalb.

Im Rahmenprogramm gab sich der “Markt der Region” ein Stelldichein und präsentierte lokale Spezialitäten. Nicht ganz ins Bild passte hier allerdings die vom Fraunhofer-Institut IOSB präsentierte Technik, bestehend aus Helium-Ballons und Quadrocoptern. Nicht, dass solche Fluggeräte die Besucher nicht faszinieren könnten – bei genauerem Blick allerdings ließ sich feststellen, dass hier Technik präsentiert und vorgeführt wurde, die zu militärischen Zwecken entwickelt wurde.

Inwiefern diese Technik zur Überwachung der Besucher eingesetzt werden sollte, war erst auf Nachfrage zu ermitteln – laut Aussage des Fraunhofer-Instituts Karlsruhe wurde “nur der Helium-Ballon mit einer Kamera” zum Einsatz gebracht, weitere Geräte wie die ebenfalls mitgebrachten Quadrocopter wurden am Boden belassen.

Aufgeschreckt durch die Berichterstattung im Vorfeld teilte uns die Stadt Heidenheim, vertreten durch Ihren Pressesprecher Herr Heinecker, mit, dass sie dem Fraunhofer-Institut die Verwendung der Drohnen grundsätzlich untersagt habe, und “eine Genehmigung für den Einsatz sowieso nicht vorläge”.

Fraglich bleibt, aus welchem Grunde hier mit schwacher Begründung und Bezugnahme auf das Unglück bei der Loveparade in Duisburg versucht wurde, militärisch verwendbare Technik zum Einsatz zu bringen.

Die Piratenpartei Baden-Württemberg verurteilt solche Versuche auf das Schärfste.

Update: Eine ältere Version dieses Artikels hat leider Dortmund an Stelle von Duisburg als Ort des Loveparade-Unglücks genannt. Wir möchten uns für diesen offensichtlichen Fehler entschuldigen.

9 Kommentare zu “SWR bietet dem Fraunhofer-Institut Präsentationsfläche für militärische Technik

  1. @LifeScienTology: Danke, die kennen wir, gab es u.a. auch weil wir öfters beim SWR angerufen haben, um Details herauszufinden. 😉
    Die Drohnen wurden (meines Wissens nach flugunfähig) dennoch auf dem Markt präsentiert.

  2. Es wurde Technik präsentiert, die zu militärischen Zwecken entwickelt wurde? Das ist ja ein unglaublicher Skandal! Ungeheuerlich! Gerade wir als Deutsche! Angesichts unserer Geschichte!
    Außerdem sind Drohnen für den militärischen Einsatz zum Beispiel gegen Taliban überflüssig, schließlich haben wir dafür Betschwester Käßmann.

  3. Die OG Heidenheim war vor Ort und wurde von Frau Wirth (der Pressesprecherin) Empfangen, es folgte eine Begutachtung des Ballons und der Drohne und ein anschließendes Gespräch.

    Ihr hättet auch ruhig nachfragen können bei uns, dann hättet ihr auch mehr Hintergrundinformationen dazu… Also ein bisschen enttäuscht bin ich darüber schon, das ihr darauf nicht gekommen seit bevor ihr diese PM veröffentlicht habt.

  4. @Manuel: ich war in sehr, sehr engem Kontakt mit der OG Heidenheim, über Thomas Wilk (Pol.-GF im BzV Stuttgart, Pressesprecher OG Heidenheim). Die Initiative zur PM ging auch von ihm aus, er hat den größten Teil getextet. Es gab hier also wohl ein Kommunikationsproblem, wenn du das nicht mitbekommen hast. 🙂

  5. Hugo Habenichts

    Sind die Piraten Pazifisten? Oder warum ist Militärtechnologie ein Thema?

  6. @Hugo Habenichts: Ohne Frieden ist die Freiheit, für die wir uns einsetzen nicht möglich, sicherer Frieden ist die Basis hierfür. Daher muss Friedenssicherung durchaus ein Thema sein.

    Sven Krohlas,
    Politischer Geschäftsführer Piraten LV BW

  7. fritzewitz

    ? Ich dachte, die Piraten seien nicht technikfeindlich? Auch ein normales Fernglas und ein Mirkophon kann man zweckentfremden. Aber niemand wird deshalb auf Skype etc. verzichten. – Man sollte wohl mehr über die gegenwärtigen Konzepte und Einsätze nachdenken^^

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