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»Tanzverbot nicht mehr zeitgemäß«

Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf, die geltenden Einschränkungen für Veranstaltungen an den so genannten “Stillen Tagen” aufzuheben. In Baden-Württemberg herrscht an 18 Tagen im Jahr ein – zumindest teilweises – Tanzverbot. Dies betrifft auch Sportveranstaltungen, Theateraufführungen, Volksfeste, musikalische Darbietungen, Zirkus, Artistik, Freizeitanlagen und Filmvorführungen sowie weitere gesellschaftliche Bereiche.

»Wir betrachten Glauben und Religion als eine Privatangelegenheit und nicht als Staatsaufgabe. In einer pluralistischen Gesellschaft sind solche Stillen Feiertage nicht mehr zeitgemäß.« erläutert Christian Schwarz, Generalsekretär der Piratenpartei Baden-Württemberg und Mitautor der Programmpunkte der Piraten zur Trennung von Kirche und Staat.

Nach Ansicht der Piraten greift diese Regelung auch in die Gleichbehandlung der verschiedenen Religionen ein.
»Viele Menschen würden sicher gerne auch an Karfreitag bei Tanzveranstaltungen, Konzerten oder im Theater vom Alltagsstress entspannen. Die Durchsetzung religiöser Vorschriften durch Polizei und Ordnungsämter zu forcieren, wird unserer Gesellschaft und einem weltanschaulich neutralen Staat nicht gerecht.« so Schwarz weiter.
»Erlaubt sein muss, was keine Gruppe der Gesellschaft unnötig in ihrer Freiheit einschränkt. Deshalb muss das Tanzverbot weg.«

31 Kommentare zu “»Tanzverbot nicht mehr zeitgemäß«

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  2. Andreas Teichmann

    Eine stärkere Entflechtung von “Kirche und Staat” ist aus meiner Sicht dringend notwendig. Dazu gehört auch die einseitige Einschränkung an sog. “Stillen Tagen”. Die aktuell existierende einseitige Bevorzugung zweier Religionsgemeinschaften allein durch die Finanzbehörden ist schon nicht mehr akzeptabel. Vor allem, wenn genau diese Religionsgemeinschaften im internen Umgang die eigenen Regeln mit Füßen treten. Dass dabei auch noch strafrechtlich relevante Tatbestände durch die sog. “Kirchengerichtsbarkeit” entschieden werden sollte zu denken geben.
    Welche gesellschaftlichen und rechtsstaatlichen Konsequenzen sich aus dieser Allianz Kirche-Staat entwickelt hat sehen wir besonders an unserem Umgang mit Kindern, Älteren und Behinderten.

  3. Andreas Heinicke

    Die Piraten im Fahrwasser neoliberalen FDP-Kurses? Kommerzielle Dauerparty 365 Tage im Jahr rund um die Uhr? Wer hat wirklich Interesse am ununterbrochenen, geldwerten Event?

    Vielleicht trauen sich auch Piraten, mal einen Blick in eine nicht nur hiesige Kultur des Innehaltens zu werfen. Die postmoderne Sucht, alles sofort und jederzeit an jedem Ort haben zu wollen, zerstört zunehmend auch solche regionale Kulturen, die wohl auch von Piraten-Genossen in weiten Fernen begeistert aufgesucht werden, wo sie sich vom “kulturellen Zauber” einfangen lassen, ohne deren inhaltlichen Bestimmungen mitzutragen.

    Neben wohl möglicher, wenn auch z.Zt. wohlfeiler Kirchenkritik können die Fragen nach dem Wohin nicht ohne den Blick auf das Woher gestellt werden – die reine Enter-Parole “Weg mit dem alten Ballast” hat schon der Französischen Revolution nicht nur nicht gutgetan, sondern ungeheure Blutopfer gefordert.

    An wenigstens 18 von 365 Tagen gibt´s für jede/jeden die ultimative Möglichkeit, einen Tag selbständig und kreativ zu gestalten – ist doch eine Chance, das mal auszuprobieren; da gäbe es wohl auch zu entdecken, dass Jenseits-Disco-Tanzen ohne Türsteher-Kontrolle und Verzehrzwang und mit selbstgewähltem, kommunikationsförderndem Lautstärke-Pegel mit FreundInnnen auch was hat.

  4. johannes zakouril

    eine gute politische aktion der piraten. jung und frisch…

    “keinen deutschen gottesstaat”
    “sofortige trennung von kirche und staat”

  5. @Andreas:
    Warum glaubst du, dass es die “ultimative Möglichkeit, einen Tag selbständig und kreativ zu gestalten” nur an genau diesen 18 Tagen gibt? Diese Möglichkeit hat man natürlich jeden Tag, weil man sich jeden Tag neu aussuchen kann, was man mit dem Tag anfängt. Ich denke niemand hier geht jeden Abend feiern, ich z.B. nicht mal jedes Wochenende. Aber ich will mir selbst aussuchen können, wann mir nach Feiern ist und wann nicht. Selbstständig gestalten kann ich die stillen Feiertage im Moment also gerade nicht, denn an diesen 18 Tagen wird mir gesetzlich vorgeschrieben, was ich zu tun (oder besser zu lassen) habe. Wenn du die stillen Feiertage lieber besinnlich verbringen willst, dann ist das selbstverständlich dein Recht, aber das sollte niemandem aufgezwungen werden. Deshalb gehört das Tanzverbot dringend abgeschafft!

  6. Das Tanzverbot ist ein absolutes Unding und gehört natürlich abgeschafft. Man braucht doch keine Feiertage um zusich zu finden, vorallem doch nicht gesetzlich festgelegt und so der ganzen Geselschaft aufzwingen wann sie zusich zu finden hat. Ich brauch doch auch keine gesetzlichen Ruhetag, damit ich in Ruhe scheißen kann! (Niveaulos, aber durchaus abgebracht bei solchen Egozentrischen Denkweisen!) Zudem wer hat das Recht mir bitte vorzuschreiben wann ich in mich gehen soll?!

  7. Andreas Heinicke

    An Johannes zakouril:

    so jung und frisch ist “kein deutscher Gottesstaat” und “sofortige Trennung von Staat und Kirche” nicht: Kemal Atatürk hat in der Türkei die erste Forderung in den 20gern des vorigen Jahrhunderts rigide durchgesetzt – heute erleben wir dort eine Rolle rückwärts; die Trennung von Staat und Kirche ist vom Grundgesetz garantiert – freilich mit Bezug auf die bei uns vorliegenden historischen Traditionen; das strikt laizistische Frankreich hat viel mehr Probleme etwa mit der Integration etwa islamisch-religiöser Lebensäußerungen als wir in Deutschland.

    An Jens:
    Mit “ultimative Möglichkeit” meine ich, dass mich diese 18 Tage darauf verweisen: es geht ab und zu auch mal ohne kommerziellen Party-Hype; die Feiertage schreiben nicht vor, was ich zu tun oder zu lassen habe; sie eröffnen einen kommerzfreien Raum und geben uns gemeinsam die Möglichkeit, uns -miteinander oder allein – auszuklinken aus der permanenten Konsum-Aufforderung; die bevorstehenden Oster-Feiertage: wie viele Möglichkeiten zum Miteinander bieten sie! Übrigens auch den Event-Managern. Sollten wir denen und den geplagten Türstehern nich mal einen Kar-Freitag Ruhe gönnen? Oder ist Making-Money alles?

  8. Gutartiges Geschwulst

    Falls Ihr noch eine passende Musik sucht, für Euren Tanz:

    http://www.youtube.com/watch?v=yyhtIg6V4o0

  9. Doch, die Feiertage schreiben im Moment sehr wohl vor, was man zu tun und zu lassen hat. Das ist ja gerade das Problem!
    Und mit Geld hat das alles nichts zu tun. Wer einen Tag Ruhe haben will kann sich Urlaub nehmen. Der Punkt ist, dass ICH entscheide, wann ich tanzen gehe und wann ich mich aus der “permantenten Konsumaufforderung” ausklinken möchte. Dazu braucht es keinen gesetzlich verordneten Feiertag.

  10. Andreas Heinicke

    An Tim:

    “Absolutes Unding” und “gehört abgeschafft” irritiert mich: wo bleibt da ein möglicher Diskurs?

    Abgesehen von der selbst eingestandenen Niveaulosigkeit ist auch außerhalb vorgesehener Feiertage einer eigengestalteten Selbstreflexion keine Grenzen gesetzt.

    Über das Individuelle hinaus gibt es auch das, was “Gesellschaft” genannt wird; die unsere hat eine lange, lange nicht gänzlich erforschte Geschichte; in ihr, so scheint es mir, leben wir – trotz aller Brüche und schrecklicher Verirrungen – überaus komfortabel; dazu gehört m.E. auch eine subversive Widerständigkeit gegen allfällige Konsum-Aufforderungen; der Dauer-Betrieb des Geld-Verdienens wird halt mal lahmgelegt – auch zugunsten der ArbeitnehmerInnen: wir haben einen zweiten Weihnachtsfeiertag, ebenso zu Ostern und Pfingsten.

    Wenn Herr Schwarz seine Forderungen ernst meint: dann schaffen wir all das ab – die Disco-Betreiber werden es ihm danken. Auf der Strecke bleibt die Ahnung, es gäbe zeitgleiche Freiräume jenseits dessen, was 365 Tage bislang minus 18 ohnehin der Fall ist.

  11. Andreas: auch nichtkommerzielle Aktionen sind an den “Stillen Tagen” eingeschränkt.

    Es gibt bereits Diskussionen ob allgemeine Kirchen-Feiertage wirklich einer Trennung von Staat und Kirche gerecht werden, oder ob es nicht sinnvoller wäre jedem eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Urlaubstage zu geben, die er (oder sie) an den Tagen, die ihm wichtig sind, nutzen kann. Bislang müssen nicht-Christen für ihre religiösen Feiertage Urlaub nehmen und an den christlichen Feiertage quasi zwangsweise daheim bleiben.

    So weit gehen wir hier nicht einmal. Alles was wir wollen, ist dass eine Gruppe von Menschen einer anderen Gruppe nicht vorschreiben soll, genau so zu leben, wie diese Gruppe. Und wenn jemand tanzen oder in die Oper gehen möchte, so soll er dies tun können.

    Schränkt es den Pfarrer ein, wenn sein Nachbar am Karfreitag ins Theater geht?
    Kann man wirklich nur an den Feiertagen Konsumverzicht üben?
    (Wobei ich es für sehr interessant halte, dass gerade die hohen Feiertage Ostern und Weihnachten die größten Konsumhochburgen sind)

    Die Antwort der Piraten ist auf beide Fragen ein klares “Nein”.

  12. Dieter Froede

    da es doch ein christlicher feiertag ist soll doch jeder das so feiern wie er will.ich bin dafür,das man alle die nicht in der kirche sind an allen kirchlichen feiertagen arbeiten sollen.das gleiche problem gibt es mit den gewerkschaften,alle bekommen die ausgehandelten lohnerhöhungen,aber nur ein teil der arbeiter ist in der gewerkschaft.

  13. @Dieter: Wie gesagt, die Diskussion es so zu machen, dass man Angestellten statt fixer religiöser Feiertage eine größere Anzahl von Urlaubstagen zur freien Verwendung gibt, die existiert.
    So weit wollen wir aber im Moment noch nicht gehen. Deine Forderung ist da noch weitgreifender als diese kleine Änderung, die wir hier vorschlagen.
    Die weitergehenden Pläne, wie von Dir vorgeschlagen, kann man durchaus umsetzen, aber hier ist eine ausführlichere Diskussion notwendig, eben weil es auch um Traditionen und dergleichen geht. Ich glaube vor allem, dass Deine Forderung erbitterten Widerstand seitens der Kirchen hervorrufen würde.

  14. Antitheist

    @ Andreas Heinicke: Deine Argumentation ist klassisches Double Think – “Freiheit ist Sklaverei”, hier im Umkehrschluss. Welche Tage ich selbständig kreativ gestalte und wie das konkret aussieht, entscheide ich und nicht irgendein talibanoides Feiertagsgesetz. Die Kirchen maßen sich an, über die Gesetzgebung Vorschriften bzgl. der persönlichen Lebensführung des Einzelnen zu machen und halten das auch noch für selbstverständlich. Dies hat ein sehr abruptes Ende zu haben und zwar zügig.

    Nur mal angenommen, man hätte einen Evolutionstag oder vergleichbaren antitheistischen Feiertag und würde an diesem Gottesdienste und Glockengebimmel verbieten, weil Religion Denkverzicht erfordert und seit jeher ausschließlich als Manipulations- und Unterdrückungsinstrument dient und Antitheisten sich dadurch provoziert fühlen würden, wäre das Geschrei der Religioten groß. Wenn ich dann darauf hinweise, dass die Spinner doch diesen Tag nutzen könnten, um zur Abwechslung mal ihr Gehirn einzuschalten, wäre ich natürlich ganz pöse intolerant und würde “religiöse Gefühle” verletzen. Umgekehrt soll das aber eine Selbstverständlichkeit sein und auch hier ist wieder “intolerant”, wer sich gegen die Bevormundung zur Wehr setzt. Begreift es endlich: Religion ist Privatsache.

  15. Antitheist

    Nachtrag @Andreas Heinicke: Es geht nicht um “kommerziellen Party-Hype”, das ist ein strunzdummes und verlogenes Strohmann-Argument. Es geht um Selbstbestimmung und die grundgesetzlich festgeschriebene Trennung von Kirche und Staat. Und dagegen habt ihr keine Argumente, nicht ein einziges, lediglich Rabulistik und stockkonservatives, voraufklärerisches Traditionsdenken. Für mich ist euer “Heiland” eine Märchenfigur mit der Relevanz der Hexe aus “Hänsel und Gretel” und ich sehe nicht ein, mein Leben in irgendeiner Form einschränken zu lassen, nur weil das den Anhängern eines totalitären, irrationalen Kultes so in den Kram passt.

  16. hpklimbim

    Eine Entflechtung von Staat und Kirche ist längst überfällig. Passieren wird auf absehbare Zeit dagegen kaum etwas. Ergänzen sich doch Staat und Kirche beim Ausüben von Druck auf die Wähler und Gläubigen gleichermassen. Und noch eines verkörpert diese unheilige Allianz – den Verlust von Vertrauen. Denn die Zahl der Nichtwähler erreicht bei ständig steigender Tendenz eine ähnliche Größenordnung wie die Zahl der Kirchenaustritte. Das Vertrauen in beide Organisationen ist längst weg – die Betrüger und Bevormunder sind geblieben.

  17. kirchliche feiertage werden abgeschafft, damit die sklaven der unternehmer mehr für sie erwirtschaften müssen …

    da frage ich mich wieso darf an bestimmten kirchlichen feiertagen in der öffentlichkeit nicht getanzt werden, achso wir haben ja eine Christlich Demokratische Partei 😀 frag mich nur wo da die Christen sein sollen, die zocken uns doch nur ab …

  18. Gabrielle Meyer

    Wahnsinn mit was für wichtigen Dingen sich die Partei beschäftigt, klar das ihr bisherkeine Zeit gefunden habt ein anständiges Parteiprogramm zu entwickeln.
    Ich hätte da auch noch ein paar individuelle Wünsche, bei denen ich mir vorstellen könnte eine gesetzliche Regelung fallen zu lassen, nämlich das Ladenschlussgesetz ( wennich vom Spätdienst nach Hause komme sind die Läden schon zu) , Tempolimit und Lärmschutz wären mir auch noch wichtig.
    Ansonsten solltet ihr vielleicht bedenken, dass es auch ein paar Christen gibt, die euere Partei gewählt haben aber mit solchen Aktionen wird das in Zukunft wohl nicht mehr der Fall sein. Ich wünsche euch trotzdem viel Spass bei euren Tanzveranstaltungen – jeder
    Jeck ist anders!!

  19. @Andreas Heinicke

    Nicht das Innehalten und die Feiertage sollen abgeschafft werden.

    Sondern: Jeder soll den Feiertag begehen wie er will!
    Wenn er tanzen will. Soll er tanzen.
    Wenn er Bäume umarmen will – soll er Bäume umarmen

  20. Diese Landesverbote verstoßen gegen das grundgesetzliche Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und gegen den Schutz der Versammlungsfreiheit.
    Wir haben übrigens 35(!) Feiertage in D (wesentlich mehr als viele Nachbarn)- und nur ein einziger(!) hat etwas mit unserem demokratischen Staat zu tun – es ist ausgerechnet der “Birne”-Gedächnistag!
    Nur 10 davon sind übrigens Arbeitsfrei.
    [Ironiemodus ON]Kann es denn wirklich sein daß am 3. Oktober die ehemaligen Mitglieder von SED, DKP und den Blockparteien ebenfalls frei haben? Von den LINKEN ganz zu schweigen… [Ironiemodus OFF]

    Die christliche Feiertge gehören gewaltig zurechtgestutzt, dafür sind den anderen relevanten Religionen das Recht einzuräumen ebenfalls einen feiertag zu benennen (da bin ich mal auf den Respekt der Christen vor den religiösen gefühlen der Juden und Muslime gespannt).

    Dafür gibt es wesentlich denk-würdigere Daten:
    – 28. März als Tag der ersten deutschen Verfassung
    – den 10. Dezember als Tag der Menschenrechte
    – den 22. Februar als Tag des Widerstands (Todestag von Sophie Scholl)
    – und den 8. Mai als Tag der Befreiung

    Mehr tut nich´ Not!

    Ach ja – man könnte sich noch einen “Tag der Aufklärung und Vernunft” wünschen. Da ist jede öffentliche Religionsausübung untersagt…

  21. Das Verbot ist nicht zu verstehen und resultiert m.E. aus dem tradierten Denken des finsteren Mittelalters in dem die Kirche alles dominiert hat. Wer in die Kirche gehen will, der soll das tun. Was er da macht, da redet ihm auch keiner rein, der nicht in die Kirche geht. Wie wäre es dann mit Toleranz im umgekehrten Sinne!!!

  22. Finde es mutig, dieses Thema anzugehen. Wenn ihr Piraten denn so mutig seid, dann fordert bitte auch in den Kantinen, wo das Schweineschnitzel wegen kulturellen Empfindlichkeiten verboten wurde, dieses wieder ein. Mal sehen, ob ihr einen Ar… in der Hose habt.

  23. Andreas Utz

    Dann fordert bitte auch gleich die Abschaffung aller arbeitsfreien kirchlichen Arbeistage! Die nehmt Ihr doch auch gerne mit, oder?

  24. Andreas Utz

    Meinte natürlich “kirchlichen Feiertage”!

  25. Sebastian Staudenmaier

    @Andreas Utz

    “Dann fordert bitte auch gleich die Abschaffung aller arbeitsfreien kirchlichen Arbeistage! Die nehmt Ihr doch auch gerne mit, oder?”

    Entsprechende Lösungsansätze wurden hier in den Kommentaren schon genannt, auch wenn sie noch nicht Position der Piratenpartei sind. Man könnte z.B. die kirchlichen Feiertage in staatliche Feiertage umändern, oder zusätzliche Urlaubstage schaffen, die man je nach Bedarf flexibel nutzen kann.

    @Stefan

    “Finde es mutig, dieses Thema anzugehen. Wenn ihr Piraten denn so mutig seid, dann fordert bitte auch in den Kantinen, wo das Schweineschnitzel wegen kulturellen Empfindlichkeiten verboten wurde, dieses wieder ein. Mal sehen, ob ihr einen Ar… in der Hose habt.”

    Das ist eine Forderung, für die eine Partei im Gegensatz zum Betreiber der Kantine vermutlich der falsche Ansprechpartner ist. Beispielsweise eine Schweineschnitzelquote für private Betriebe zu fordern wäre doch etwas absurd. 😉

  26. Caroline

    Ich dachte eigentlich, dass ich bei der nächsten Wahl die Piratenpartei wähle, aber die Position bzgl. der Abschaffung des Tanzverbots in Verbindung mit Aktionen wie Tanz-Flashmobs vor dem Kölner Dom empfinde ich als Respektlosigkeit und Diskriminierung christlich-religiöser Menschen. Ich käme nie auf die Idee bei der Besichtigung z.B. einer Moschee extra einen Minirock oder ein ärmelloses Top zu tragen und dieses fragwürdige Verhalten damit zu begründen, dass ich mich als Andersgläubige diskriminiert fühle. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man Respekt hat vor dem Verschiedensein der Menschen. Auch als Atheist kann ich doch das religiöse Empfinden anderer respektieren und dann eben einen Tag vorher oder nachher tanzen gehen oder eine private Party organisieren, die nicht vor irgendeiner Kirche stattfindet und das religiöse Empfinden von Christen verletzt. Das ist ein bisschen so wie, wenn man bei 300 freien Sitzen im Kino, die feste Reservierung von einem davon als Unzumutbarkeit und Diskriminierung proklamiert. Das ist im besten Fall pubertär, bei Erwachsenen aber dann schon ziemlich neurotisch.
    Zudem muss man ja auch einfach mal festhalten, dass der größte Teil der Feiertage christlichen Ursprungs ist. Keiner verlangt von Nichtchristen, dass sie an diesem Tag arbeiten müssen. Es ist ein freier Tag für alle, egal ob Mann, Frau, Christ, Nichtchrist, Mütter, Väter, Kinderlose, Blondhaarige, Schwarzhaarige, Dicke, Dünne, Große, Kleine, Gesunde, Kranke, Brillenträger, Kontaktlinsenträger, Sommersprossige, Fiatfahrer, BMW-Fahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger usw. usf. und das halte ich für eine sehr gute Sache, dass da eben nicht nach Religion oder sonstwas unterschieden wird, wer an diesem Tag einen Feiertag hat und wer nicht.
    Wenn also jemand den Karfreitag oder andere Feiertage als Diskriminierung empfindet, dann sollte er sich eigentlich konsequenterweise dafür einsetzen, dass sie ganz abgeschafft werden. Aber so weit will man offenbar doch nicht gehen, weil ein freier Tag ja doch eine nette Sache ist. Diese Inkonsequenz kann ich bei einer Partei, die gewählt werden möchte und die sich gerade für mehr Demokratie und Toleranz einsetzt, nicht nachvollziehen. Damit beschädigt sie sich eigentlich selbst und droht Gefahr zu laufen, doch über kurz oder lang zu einer Partei wie die anderen auch zu werden, die hier so und dort so daherreden und nicht merken, wie widersprüchlich und inkonsequent sie eigentlich sind.
    Also liebe Piraten: Bitte auch Toleranz gegenüber Christen oder setzt Euch wenigstens für die Abschaffung aller christlichen Feiertage ein.

  27. Da wäre wieder die DDR und die Nazizeit , alles schon gehabt ! Das schärfst bei den Piraten ist dann noch das, dass ich arbeite gehe, ein anderer sein Grundeinkommen von meinem Geld bekommt – denn irgendwelche Leute müssen ja das Geld verdienen das dann Schmarotzer augeben können!
    Die ganze Partei ist noch schlimmer als wie unsere jetzige Regierung, nur ein Witz….

  28. Godwin’s Law FTW 😀

  29. klaus machon

    ob man gegen “stille tage” ist oder auch nicht – ob man für die entflechtung von staat und kirche ist –

    es sind kirchliche feiertage um die es in diesem fall geht und somit sollte man sich an die von der kirche hierfür erstellte regel halten.

    vor allem aber sollte man die gefühle der kirchlich gebundenen menschen achten und respektieren.

    ergo – laßt die stillen tage – oder aber streicht die feiertage.

  30. Etwas länger her, aber aus aktuellem Anlass:

    @klaus machon:

    Wieso? Ich bin katholisch und werde am Karfreitag dann eben nicht tanzen. Das muss mir der Staat aber nicht vorschreiben. Andere Gruppen wollen tanzen und haben anhand ihres Glaubens (oder weil sie Atheisten sind) eben keine Vorgabe deswegen. Denen sollte es frei stehen, zu tanzen, wann sie wollen.

    Vielleicht gibt es auch muslimische oder jüdische Tage, an denen man nicht tanzen darf. An denen gilt ja dann auch kein Tanzverbot in Deutschland.

  31. @r1levia: Die Schmarotzer sind eher im Finanzsektor und auf zahlreichen höheren Ebenen zu finden. Hier wird eine enorme Summe Geld dem normalen Wirtschaftskreislauf entzogen.

    Ich gehe auch arbeiten und hätte gerne mehr Geld dafür, weil es einfach nicht reicht. Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen hätte ich aber vielleicht die Chance, etwas zu riskieren und mich weiterzuentwickeln, um am Ende mehr Geld verdienen zu können (mit denen dann anderen auch wieder besser das Grundeinkommen finanziert werden kann).

    Aber es muss natürlich in die Köpfe der Menschen, dass man etwas tun muss, um etwas zu erreichen. Gibt sicher jetzt schon genug H4er, die eben nichts tun (nicht mal ihre Wohnung sauber halten), auch wenn sie etwas tun könnten. Andererseits gibt es auch genügend Schmarotzer am oberen Ende der Skala. Und Geschäftsmodelle, die so schlecht sind, dass sie nicht funktionieren würden, wenn man den (Leih-)Arbeitern anständige Löhne zahlen würde. Und genug Jobs (Altenpflege, etc.) die viel besser honoriert werden müssten, und bei denen trotzdem wegen Fachkräftemangel geklagt wird.

    Die Idee des Grundeinkommens ist jedenfalls erstmal gut, erfordert wohl aber noch einiges an Arbeit.

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