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»Piraten möchten das Urheberrecht schützen«

Zum Welttag des Buches und des Urheberrechts ruft die Piratenpartei Baden-Württemberg dazu auf, das Urheberrecht zu modernisieren, um es zu retten. »Derzeit werden insbesondere von Rechteverwertern regelmäßig Grundrechtseinschränkungen gefordert, um ihr Geschäftsmodell trotz gewandelter Rahmenbedingungen zu schützen. Damit schaden sie vor allem den Urhebern: Diese werden für derartige Bestrebungen mitverantwortlich gemacht, was ihren Rückhalt in der Bevölkerung beschädigt. Um dies zu vermeiden und die Rechte von Urhebern und Konsumenten zu stärken, haben wir 84 konkrete Änderungsvorschläge[1] in unser Programm aufgenommen«, so Martin Lange, Politischer Geschäftsführer im Landesverband Baden-Württemberg. »Anstatt in einer völlig veränderten Welt an der Vergangenheit festzuhalten, müssen neue Lösungen gefunden werden. Damit es einmal klargestellt ist: Wir Piraten möchten das Urheberrecht nicht abschaffen, sondern vielmehr schützen.«

Die Erfolge von iTunes, Amazon und netflix beweisen, dass die Nutzer legale Portale wünschen, die den Urheber besser stellen als klassische Vertriebswege. Auch zeigt etwa das Beispiel des Erfolgsautors Paulo Coelho[2], dass kostenloses Herunterladen die Situation der Kreativen direkt und nachhaltig verbessern kann.

Die Piraten möchten die Stellung der Autoren und Kreativen unter anderem durch eine Begrenzung von Buy-Out-Verträgen und eine Rückgabe der Nutzungsrechte an den Urheber stärken, falls der Verwerter von diesen keinen Gebrauch mehr macht. Derzeit würden hierzulande viele Autoren selbst dann nicht dem Vorbild Coelhos folgen dürfen, wenn sie es wollten.

Zur Förderung moderner Nutzungsformen haben die Piraten einen Sampler von Creative-Commons-lizensierter Musik[3] zusammengestellt, um die Künstler dabei zu unterstützen, neue Wege zu gehen.

Vielen Dank an den Frauenstammtisch »Missing Link« [4] und Sven Krohlas für die Auswahl und Zusammenstellung der Lieder.

[1] http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf

[2] http://www.literaturcafe.de/paulo-coelho-buecher-kostenlos-zum-download/

[3] http://archive.org/details/CreativeContentVol.1

[4] http://wiki.piratenpartei.de/BW:Frauenstammtisch_Missing_Link

[mp3-jplayer tracks=”Botany Bay – Feel (Lizenz: CC-by-nc-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/01-botanyBay-feel.mp3, Lichtscheu – Traeum suess (Lizenz: CC-by-nc-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/02-lichtscheu-traeumSuess.mp3, Frontregen – Master Plan (Lizenz: CC-by-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/03-frontregen-masterPlan.mp3″, Studbaker’s Blacksmith Shop – Elimination of Danger (Lizenz: CC-by-nc-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/04-studbakersBlacksmithShop-eliminationOfDanger.mp3, Tobias Borelius – Architekten (Lizenz: CC-by-nc-nd 2.5 SE)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/05-tobiasBorelius-arkitekten.mp3, Purple Eve – Truth (Lizenz: CC-by-nc-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/06-purpleEve-truthoriginalMix.mp3, Azoora feat. Graciellita – Episodes (Lizenz: CC-by-sa 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/07-azooraFeat.Graciellita-episodes.mp3, pandoras.box – Severn Suzuki (Lizenz: CC-by-nc-nd 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/08-pandoras.box-severnSuzuki.mp3, Obsidian Shell – Die with me (Lizenz: CC-by-nc-sa 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/09-obsidianShell-dieWithMe.mp3, Unwoman – The City (Firecracker) (Lizenz: CC-by-nc-sa 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/10-unwoman-theCityfirecracker.mp3, Zoe.LeelA – Come on (Lizenz: CC-by-nc-sa 3.0)@http://archive.org/download/CreativeContentVol.1/11-zoe.leela-comeOn.mp3″]

3 Kommentare zu “»Piraten möchten das Urheberrecht schützen«

  1. NineBerry

    Sehr schön auch hier veranschaulicht:
    http://www.zeit.de/2012/17/Urheberrecht

  2. Ursula Schweizer

    Hallo,
    das deutsche Urheberrecht macht vor allem Schulen sehr zu schaffen. Schon allein die Reglementierungen, wie viel bzw. wie wenig für schulische Zwecke auf Papier kopiert werden darf, schränkt die unterrichtlichen Möglichkeiten extrem und im bildungspolitischen Sinne unverantwortlich ein! Für digitale Kopien ist die Lage noch extremer, in Schulen ist inzwischen das Wort “Digitalisate” zum absoluten Reizwort geworden.

  3. StefanA

    Worum geht es? Der Künstler soll existieren können.

    Ich selbst bin Künstler und habe Musiker als Freunde, und ich wie meine Freunde lieben Frieden, Ruhe und existenzielle Sicherheit. NUR SO KÖNNEN WIR WIRKLICH KUNST MACHEN. Die Existenzfrage lenkt viel zu sehr ab!!! Und viele Kunst wird zu schnell gemacht und verliert ihre eigentliche Bedeutung.
    Dann kommt das Marketing als Zwang hinzu und was heisst Marketing: Beschönigen und Lügen. Das ist die Wahrheit. Es wird dann immer mehr versprochen als Inhalt ist.

    Was soll eigentlich dieser Blödsinn und Unfug der Existenznötigung?
    Wäre das nicht, wäre das Problem des Urheberrechtes hinsichtlich Geldvergütung viel geringer, weil viele Künstler nicht mehr unter Druck stehen .
    Der Künstler soll existieren dürfen, aber Kommerz ist Gift für jede Kunst.

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