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PIRATEN fordern soziale Lösungsansätze statt undemokratischem Dogmatismus

Die Piratenpartei Baden-Württemberg lehnt die geplante Kommunalwahlrechtsreform der Grünen Landtagsfraktion ab. Nach diesen Reformplänen, die die Fraktion der Grünen am Montag vorgestellt hat, soll im Kommunalwahlrecht eine Frauenquote von 50% verankert werden. [1]

Das Kommunalwahlrecht lässt gegenwärtig schon zu, dass die Wählerinnen und Wähler sich sehr spezifisch ihre Vertreter auswählen können. »Die Wähler können selbst die Zusammensetzung der Volksvertretungen bestimmen und diese nach Wunsch auch paritätisch besetzen. So viel Vertrauen in den Souverän muss man in einer Demokratie haben«, so Ute Hauth, stellvertretende Vorsitzende im Landesverband Baden-Württemberg.

Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert neue Lösungsansätze, die möglichst alle Menschen für mehr politische Arbeit motivieren – unabhängig vom Geschlecht. Ein zweigeschlechtliches Gesellschaftssystem zu schaffen, ist hierfür grundsätzlich der falsche Weg. Möchte man des Weiteren mit Hilfe von Quoten eine höhere Repräsentanz der verschiedenen Gesellschaftsgruppen in der Politik erreichen, so gleicht dies einem Fass ohne Boden. So müsste man konsequenterweise für jede unterrepräsentierte Gruppe eine eigene Quote schaffen, z.B. für Transgender, Menschen mit Migrationshintergrund oder religiöse Minderheiten. Daher lehnen die Piraten diesen Entwurf der Grünen ab und fordern eine viel grundlegendere Diskussion über Möglichkeiten der Mitgestaltung für alle Bürger.

[1] http://iPir.at/39n

54 Kommentare zu “PIRATEN fordern soziale Lösungsansätze statt undemokratischem Dogmatismus

  1. Statt neue Lösungsansätze zu fordern, sollte die Piratenpartei diese doch mal vorschlagen. Statt grundlegendere Diskussionen sind konkrete Ideen gefordert. Und vor allem auch Handeln: Wenn die Piraten auch ein Problem im geringen Frauenanteil sehen, dann sollte die Piraten sich überlegen, wie sie das ändern kann auch innerparteilich. Gleiches gilt sicherlich auch für andere unterrepräsentierte Gruppen.
    Und Ute Hauth erzählt hier wirklich Blödsinn: Defacto können die Wähler_innen die Volksvertretungen nicht paritätisch besetzen – denn sie können ja nur aus den vorgeschlagenen Listen und deren Kandidat_innen wählen. Wenn dort keine oder nur wenige Frauen zur Wahl stehen, kann der/die Wähler_in auch nichts machen.
    In Frankreich gibt es bereits eine entsprechende Gesetzgebung, die sehr erfolgreich ist.

  2. Sven Krohlas

    Sorry Timothy, aber was du hier ablässt ist parteipolitisches Geschwätz auf CDU-Niveau.

    Unsere Lösungsansätze stehen im Wahlprogramm, das weißt du auch. Kinderbetreuung beispielsweise.

    Und Ute hat die Sache gut auf den Punkt gebracht. Es hat Frauen auf den Listen, und wer unbedingt mehr Frauen im Parlament will soll eben über die Listen kumulieren und panaschieren. Davon abgesehen ist euer Vorschlag butterweich und ändert NICHTS in der Praxis. Reine Symbolpolitik. Ihr habt schnell von der Union gelernt. 🙁

    Quotenregelungen lösen Probleme wie Stoppschilder im Internet. Das Problem wird ausgeblendet, die Ursachen nicht angegangen. Das ist von jedem Menschen, der sich gegen Diskriminierung einsetzt, abzulehnen!

  3. NineBerry

    Im Artikel der Grünen wird ja ein konkretes Problem angesprochen: Die Sitzungszeiten der Gemeinderäte liegen bei kleineren Gemeinden üblicherweise am Abend. Wenn ich den Artikel der Grünen richtig verstehe, denken sie, dass Frauen sich abends eher um Kinder kümmern und deswegen diese Sitzungszeiten nicht ihre Lebenskultur passen.

    Andererseits finden solche Sitzungen in kleineren Gemeinden ja aber nur sehr selten statt, ein oder zwei Mal pro Monat. Gerade heute sollte es doch kein Problem sein, dass in diesen Fällen der Lebenspartner oder eine andere Person einspringt und die Kinderbetreuung übernimmt.

    Man kann den Gedanken nun natürlich aber auch erweitern: Auch in der Vorbereitung liegen natürlich viele Termine am Abend: Treffen innerhalb der Partei, Treffen der lokalen Vereine und Verbände, usw…

    Deswegen hier meine Nachfrage speziell an die Grünen: Wie handhabt ihr das mit den Terminen für Treffen? Finden die auch regelmäßig abends statt? Oder eher tagsüber oder am Wochenende? Wie wirkt sich eurer Erfahrung nach der Zeitpunkt eines Treffens darauf aus, wie viele Frauen anwesend sind?

  4. Zur echten Emanzipation geht eine Frauenquote (wenn schon auf diesem Weg) nicht ohne Männerquote.

  5. Das sind grundsätzlich die richtigen Lösungsansätze und hat überhaupt nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun. Viel mehr sehe ich als größeres Problem die Politikverdrossenheit und Uninteressiertheit der Menschen. Hier müssten das mediale Umfeld verändert und der Bildungsstand der einzelnen Gesellschaftsschichten stark erhöht werden. Beides wäre zudem für die wirtschaft- und gesamtgesellschaftliche Entwicklung von großem Vorteil! Und die Menschen wüssten wieder wem sie wählen, wenn sie den hingehen.

  6. Ute Hauth

    @Timothy Defacto könnten die Wahlberechtigten meist eine paritätische Besetzung erreichen, da mehr Frauen kandidieren als für 100% der eigenen Stimmen nötig sind. Offenbar ist also die Anzahl der kandidierenden Frauen nicht der Grund dafür, dass es nicht ebenso viele Frauen in Ämtern gibt.

    In erster Linie wählen die Menschen diejenigen, die sie kennen. Bei den Ergebnissen der Wahlen haben die Kandidaten gute Chancen, die sehr bekannt sind. In Konstanz haben beispielsweise Ladenbesitzer, die viel im direkten Kundenkontakt sind, sehr gute Ergebnisse die besser sind als ihre Listenplätze.

    Frauen kandidieren seltener, weil sie wegen fehlender Betreuungsangebote und weil sie meist weniger verdienen als ihr Partner mehrere Jahre mit Kindererziehung beschäftigt sind. Wenn Frauen kandidieren sind sie oft weniger bekannt in einer Stadt, weil sie einige Jahre öffentlich eher unsichtbar waren.

    Daran muss sich etwas ändern. Das klappt jedoch sicher nicht mit zwangsweisen Quotenlisten unabhängig von Qualifikation, Interesse und Wahlchancen.

  7. Stefan Minack

    @Timothy Simms: Was wollt ihr machen wenn die Wähler anstatt der Frauen auf der Liste trotzdem Männer wählen? Müssen dann die demokratisch gewählten männlichen Vertreter Platz machen damit die Quote stimmt? Ich finde es in einem angeblich so gebildeten Land wirklich schlimm das immer noch über die Geschlechterverteilung und Rollen diskutiert werden muss.

  8. dahmsmx

    Wenn man eine Apfelbaumwiese hat, hilft es nicht, Birnen dranzukleben. Man muss Birnenbäume pflanzen.

  9. @krohlas
    bitte lese eure PM nochmals durch. Da sehe ich nichts von Kinderbetreuung. Ich wüßte auch mal gerne wie Kinderbetreuung “möglichst alle Menschen für mehr politische Arbeit motivieren” sollte. Wo hier der Motivationsaspekt sein soll, das leuchtet mir nicht ein. Und zum Thema Geschwätz: Eure PM besteht doch großteils aus blablabla… statt Lösungsalternativen zu benennen, fordert man sie, statt Möglichkeiten der Mitbestimmung zu benennen, will man ne Diskussion drüber. Sorry, genau das ist das übliche Politikergeschwätz. Nur nichts konkretes. ne einfache, sauber begründete Ablehnung der Quote statt so zu tun, als hätte man irgendwas konstruktiv beizutragen, hätte es ja auch getan.
    Unseres Erachtens würde unser Vorschlag eben doch etwas ändern – da sind wir eben anderer Meinung. Ebenso, was die Frage von Quoten allgemein anbelangt. Die Argumente dazu sind ja zigfach ausgetauscht worden.
    @nineberry
    Das ist in der Tat ein Problem. Ich weiß natürlich nicht, wie das in anderen Kreisverbänden so ist, insofern kann ich hier nur aus den südbadischen KVen berichten. Unsere Mitgliederversammlungen sind in aller Regel abends. Der Frauenanteil – in Freiburg – scheint mir eher vom Thema abhängig als von der Uhrzeit. Mit anderen Uhrzeiten (18-20 statt ab 20h) haben wir im Wahlkampf gute Erfahrungen gemacht – unsere Bundestagsabgeornete macht ihre Veranstaltungen meist in diesem Zeitfenster. Ob da mehr Frauen kommen – habe ich zuwenig Einblick, weil ich da oft keine Zeit habe (weil die Rats-/Ausschußsitzungen oft bis 19h gehen). Wir haben mit einem Arbeitskreis mal mit samstags vormittag experimentiert, das hat sich dann aber wegen Terminproblemen doch wieder auf eine Abendveranstaltung verlagert…
    gerade weil ich der Meinung bin, dass die Quote immer nur einen Baustein einer geschlechtergerechten Politik darstellen kann, hätten mich ja mal die “sozialen lösungsansätze” interessiert…

  10. J. Schneider

    Also Quoten in der Politik sind doch rein logisch vollkommen absurd. Das würde in Konsequenz bedeuten, dass man in manchen Fällen gezwungen wäre, einen Kandidaten zu wählen, der nicht die eigenen Interessen und Meinung optimal vertritt, nur um die Quote zu erfüllen.

    Nein, Quoten sind vollkommener Unsinn, besonders in der Politik. Egal ob als kurzfristige Stützmassnahmen, oder längerfristig. Ohnehin addressieren sie nur das Symptom, nicht die Ursachen, und in kurzer Zeit haben wir es dann wieder mit anderen Problemen zu tun.

    Die Ursache, d.h. die konservative, fortschrittsresistente, deutsche Mentalität, die in aller Welt bekannt strenge, preussische und konservative Kultur, ist Ursache für diese Intoleranz anderen Bevölkerungsgruppen oder Gendern gegenüber. Die Diskrepanz der Toleranz von Familienwerten und Karriere, der durch die Politik und Gesellschaft geförderte, übersteigerte Geltungsdrang, dem sich einige dann konsequenterweise Entziehen, weil sie andere Dinge im Leben wertschätzen.

    Denn ein Leben ist kurz, und nur von tollen Büros und Karrierleiter den Enkeln erzählen zu können, das wird später keinen in Begeisterungsschübe versetzen.

  11. johannes

    @Timothy Simms:
    bevor du schreibst krohlas soll die PM lesen, solltest du noch mal den Beitrag von krohlas lesen. Er verweist auf das Parteiprogramm, nicht auf die PM.
    Eine Lösung wäre mehr Werbung für das Politische System. Zu Wenig wissen das in der Kommunalen Politik man wirklich was ändern kann.

  12. Von einer Frauenqoute halte ich nicht so viel.
    Das ist nicht emanzipiert.
    Gäbe es eine Geschlechterqoute, z.b. mind. 30% Frauen und zugleich 30% Männer, dann wäre das Prinzip der Emanzipation wieder hergestellt.

    Bsp. wenn mind. 50% frauen erwartet sind, dann sinds zum im endefekt vielleicht 60 % ..
    was zur konsequenz hat, dass nurnoch 40 % männer vorhanden sind o.O

  13. Lieber Timothy
    wenn die lieben CDU/CSU unsere Frauen nicht lieber mit einer Prämie an den Herd fesseln würde statt dem gesetzlichen Anspruch auf Kinderbetreuung nachzukommen und endlich genügend KiTa Plätze zu schaffen, dann hätte auch eine Hausfrau mal ein paar Stunden Ruhe um sich hier unser Gefasel durchzulesen.
    Inwiefern es “gerecht” sein soll eine Frau anders zu behandeln als einen Mann nur weil grad mal zu wenig in Ämtern sind leuchtet mir nicht grade ein.

    Jetzt sag ich mal was ganz böses: Vielleicht wollen Frauen sich einfach nicht so profilieren und in den Vordergrund drängen wie Männer 😉

    Wer sich politisch betätigen will der darf das doch tun. Außer dem Schaffen einer Chancengleichheit! haben wir politisch doch weder die Pflicht noch das Recht irgendwem vorzuschreiben wie er sich wo zu engargieren hat und wer bevorzugt wird.
    Das Gesellschaftlich ein Interesse an der Politik geweckt werden muss ist weder ein neues noch ein Geschlechterspezifisches Problem. Hier tut aber grade die Piratenpartei Gutes wenn man sich mal ansieht, wie sie ehmalige Nichtwähler mobilisieren konnte und kann.

    Ach und wie Geschlechtergerecht ist es eigendlich wenn man zum Beispiel die Intersexualität nichtmals rechtlich anerkennt sondern auch Menschen die biologisch beides sind in Mann oder Frau Schubladen presst?

  14. Klaus Möck

    Lieber Timothy Simms,

    ich bin auch erst in den letzten Tagen zu den Piraten gestoßen und lese mich noch ein. Ich finde allerdings den Ansatz erfrischend, nicht alles schon ausformuliert und mundgerecht vorgsetzt zu bekommen.

    Der Fehler aller anderen Parteien ist es doch seit Jahrzehnten, dass sich die Bürger in den Parteien nicht mehr wiederfinden. Mit Quoten und dem alten Strickmuster “Für jedes Problem schaffen wir ein Gesetz” kommen wir aus meiner Sicht nicht weiter.

    Gerne geb ich zu, dass ich der Weisheit letzter Schluß auch noch nicht gefunden habe, andererseits finde ich es gut jeden alten Käse nochmal aus dem Kühlschrank zu holen, und dann zu entscheiden:
    – Ist der noch gut und hält sich noch, dann wieder in den Kühlschrank
    – Ist der grade noch gut sollte aber mit Pfeffer, Essig und Öl aufgepeppt werden
    – Ist der nimmer genießbar- dann schmeiß ich ihn weg!

    Wenn wir so mit den alten Zöpfen umgehen, werden wir weniger, bessere und sinnvollere Gesetze und Verordnungen haben. Und, wir werden morgens beim Aufstehen nicht schon nachdenken müssen, ob wir villeicht im Schlaf gegen ein Gesetz verstoßen haben, weil wir den WLAN-Router nur WPA gesichert haben.

  15. @johannes
    meine kritik an der pm bezieht sich auf “soziale lösungsansätze etc.” Dass damit nicht die kinderbetreuung gemeint sein kann, ergibt sich aus dem relativsatz hinter “soziale lösungsansätze”. insofern: nochmals die pm lesen.
    @tobias
    mich würde es ja mal interessieren, wieviele von den “nichtwähler_innen” in den wählerwanderungsgrafiken noch-nichtwähler_innen sind – also erstwähler_innen.
    @all
    die quotengrundsatzdiskussion werde ich hier nicht führen. die argumente sind hinlänglich bekannt, man kann sich da trefflich drüber streiten.

  16. Warum reagieren Piraten auf das Thema Quote unsachlich (“Sorry Timothy, aber was du hier ablässt ist parteipolitisches Geschwätz auf CDU-Niveau.”) , voller Angst und Polemik? Was ist so schlimm daran, der Tatsache ins Auge zu gucken, dass überall Frauen weniger repräsentiert sind bei gleicher oder sogar besserer Leistung und gleicher oder höherer Kompetenz, auch in der Politik und auch bei den Piraten?
    Die Qoute ist ein guter Anfang, der auch den guten Willen dokumentiert, Frauen gleich viel Raum und Macht zuzugestehen.

    Wie kann man Frauen, die mit 52% mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, als “unterrepräsentierte Gruppe” bezeichnen? Mir scheint, da steht ein Sensibilisierungsprozess an.

  17. @Timothy
    was entweder für die Nichtwählerwanderschaft oder die Unfähigkeit der etablierten stehen würde auch Erstwähler zu erreichen(ob Männlein oder Weiblein) bleibt sich also so gut wie gleich.

    @Gerda
    Fahr mal einen Gang runter mit pöbeln hatte er nicht angefangen.(“Und Ute Hauth erzählt hier wirklich Blödsinn” ein unsachlicher Ausspruch auf den es eine unsachliche Antwort gab fertig.)
    Im Gegenteil! Warum soll irgendwer weniger für etwas tun als ein anderer nur weil ihm da was zwischen den Beinen fehlt?
    Quoten schaffen eben dieses. Wenn ich greade keine Quallifizierte Dame an der Hand habe(soll auch mal vorkommen) muss ich halt irgendeine andere nehmen um die Quote zu schaffen. Das bringt doch genau das was ihr nicht wollt: Diskriminierung. Gut das sind dann nur die Männer aber das ist ja egal die darf man ja Diskriminieren ohne das gleich ein Aufschrei durchs Land geht.

    Wenn diese 52% nicht mehr Frauen in der Politik wollen oder sie sich von einem Mann gut verteten fühlen(ja auch das soll es geben) dann ist das doch ihr gutes Recht das so zu entscheiden! Ein Problem haben wir nur wenn sie nicht die Chance bekommen würden das für sich zu entscheiden.

    Mir ist das schnurz egal ob mich eine Frau oder ein Mann vertritt solang er/sie es gut macht!

  18. @Gerda:
    Mag ja sein, dass man mit einer Quote den guten Willen repräsentiert. Gut gemeint ist aber nicht immer gleich gut gemacht.
    Überlegen wir doch mal, wie so ein Quotensystem aussehen könnte:
    Eine Möglichkeit wäre, die Menschen so wählen lassen, wie sie möchten, um am Ende 50% der Sitze mit den meistegewählten Frauen und 50% mit den meistgewählten Männern zu besetzen. Das Problem dabei: Wenn eine Gruppe von diesen mehr gewählt wurde, dann kommt ein Teil von diesen nicht rein, während aus der anderen Gruppe welche nachrücken, die nicht vom Volk gewählt wurden. Dies bringt das Wahlsystem ad absurdum. In dem Fall könnte man auch gleich auslosen.

    2. Möglichkeit ist es, dass sich gleich viele Frauen wie Männer auf der Parteiliste befinden müssen. Dies löst aber nich das Problem der Sortierung, denn es kann nur einer an erster Stelle der Liste stehen. Auch könnte man dieses System leicht umgehen, indem man einfach weitere Mitglieder auf die Liste setzt, nachdem die eigentlich gewollte Liste fertig ist, um die entsprechenden Quoten zu erreichen.

    Im Endeffekt entscheiden immer die Bürger und dieses haben ja die Möglichkeit, entweder eine gesamte Liste zu wählen oder auch direkt einzelne Personen aus einer Liste. Eine Quote hätte hier eine ähnliche Aussage zum jetzigen System wie der Satz: “Leider entscheiden die Bürger.”

    P.S. Übrigens braucht man keinen konkreten Gegenvorschlag, um einen anderen Vorschlag kritisieren zu können.

  19. @Tobias: Das ist Kinderkram, wer mit Pöblen angefangen hat. Mein Zitat war ein Beispiel, keine alleinige Schuldzuschreibung, wer angefangen hat. Der Tonfall an sich ist unfreundlich und unsachlich in vielen Beiträgen.

    Unsachlich ist auch, dass es genauso gut wäre, auszulosen. da sind mir die Grünen einfach lieber, als die Piraten, was die Frauenfragen und die Konsequenz mit Quoten angeht. Die fehlende Sensibilisierung, die fehlende Kompetenz über die Frauenfrage und die fehlende Konsequenz sind für mich wirklich DER Punkt, weswegen ich Piraten im Moment nicht wählen werde, obwohl sonst für mich wirklich viel dafür spricht.

  20. Liebe Gerda,
    ich freue mich über jede Frau, die bei den Piraten mitmacht. Ich ärgere mich über jeden Feministen (egal ob Mann oder Frau) der versucht, die Piratenpartei zu gendern.
    Wenn Du die Grünen mit ihrem grundgesetzwidrigen Frauenstatut (siehe http://www.NUlb.de/FStatut )gut findest, ist das Deine Entscheidung.

  21. Martin Lange

    @Jalte:
    Ich möchte versuchen mich aus der Diskussion herauszuhalten, deshalb nur der Hinweis:
    Das Bundesverfassungsgericht hat das Prinzip der “positiven Diskriminierung” bei den Grünen “genehmigt”.

    Auch wenn ich es persönlich ablehne, grundgesetzwidrig ist es nicht.

  22. @Martin Lange:
    Das ist mir neu. Hast Du bitte mal einen Link dazu?

    Danke

  23. Peter Lässig

    Die entscheidende Frage ist doch: Wo liegt die Ursache dafür, daß deutlich weniger Frauen in politischen Ämtern bzw. als Abgeordnete in Parlamenten etc. tätig sind? Ganz einfach: Weil sich insgesamt auch deutlich weniger Frauen überhaupt politisch engagieren. Was, bitteschön, ändert die Einführung einer Quote an dieser Ursache? Richtig, NICHTS!

  24. Kaitlyn

    Auch wenn die Piraten derzeit gegen eine Frauenquote ist: es wäre ein genialer Schachzug und eine wundervolle Lösung, um das rechtsextreme Gesocks auf demokratische Weise aus dem Parlament rauszuhalten. Eine 50-50 Frauenquote schaffen die NIE, vermutungsweise nicht mal 40-60 🙂

  25. Murgpirat

    Tolle Idee, mal wieder die Quote vorzuholen. Mal davon abgesehen, dass bei einer reinen Frauenquote à la 50% muss, mehr kann, umgehend das Verfassungsgericht angerufen wird, da im Umkehrschluss dadurch die Männer unterdrückt werden (überspitzt aber treffend formuliert). Wie soll die Quote denn umgesetzt werden? Der weibliche Mitgliederanteil bei den Piraten ist nun eben bei lediglich um die 20% angesiedelt. Sollen wir jetzt die nächste Tupperparty stürmen und wahllos Frauen shanghaien und zur aktiven Mitarbeit in der Partei verpflichten? Sollen wir die 20% Piratinnen, die zwar gern mitarbeiten aber nicht an der Front stehen wollen, zwingen, für ein Mandat zu kandidieren?
    Ist es von den Quotenbefürwortern wirklich gewollt, dass Menschen allein aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt werden und somit ggf. eine weniger qualifizierte Person ein Amt bekommt, dass sie womöglich gar net will und evtl. auch nicht geeignet ist (soll jetzt nicht pauschal heißen, dass die Frauen nix drauf haben, das gilt analog bei einer Männerquote.) Hier darf ich dann mal aufs AGG verweisen.

    Grundsätzlich sollten die Kandidaten in erster Linie nach der Eignung ausgewählt werden. Und da ist es mir egal ob Frau, Mann oder transsexuelles Eichhörnchen.

    Das Hauptproblem an der Sache ist mal wieder, dass kraft Gesetz die Frauen zum Dienst am Rednerpult verpflichtet werden sollen. Aber sollte man nicht eher dafür sorgen, dass die Frauen aus eigenem Antrieb sich in der Politik engagieren und einbringen wollen? Wenn genug Frauen in den Parteien sind, wird es auch genug Frauen geben, die ein Amt anstreben. Dadurch löst sich die Sache.

    Mit einer Quote für die eine oder andere Minderheitengruppe senk ich ggf. nur Qualität, weil ich gezwungen bin, nicht mehr aus den besten Kandidaten auszuwählen, sondern aus den verfügbaren. Wobei das eine das andere nicht ausschließen muss.

    Wie gesagt, Frauen sind grundsätzlich zu jedem Posten gleich geeignet wie die männlichen Pendants. Und es gibt auch genügend männliche Luftnummern.

    Die ganzen Aussagen beziehen sich zudem auf die Zustände in so ziemlich jeder Partei.

  26. Martin Lange

    Tut mir Leid, hier im Büro finde ich das Urteil gerade nicht. Bin mir aber sicher, dass einer der mitlesenden Grünen bestimmt aushelfen kann.
    Soweit ich mich erinnere, war die Argumentation sowas wie “solang eine starke Ungleichberechtigung im gesamten System ist, dürfen in Ausnahmesituationen leichte Ungleichberechtigungen in die andere Richtung vorgenommen werden.” oder so.

  27. Alessandro

    Es gibt auch weitere Aspekte, die gegen eine Quote sprechen. In diesem Falle bezogen auf die Frauen: die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere die Wahlbevölkerung sind Frauen. Wenn die Mehrheit Männer eher wählt, dann sind dies die Frauen. Wir signalisieren durch eine Quote, dass die Frauen schwach und hilflos sind gegen die anderen Menschen. Ich denke nicht, dass Frauen besonders hilfebedürftig sind. Bereits (unverfälschte) statistische Zahlen deuten auf eine höhere Frauenquote bei den Abiturienten hin. Ich denke auch, dass das Argument, die PP sei einfach gegen irgendetwas und solle Vorschläge machen bedarf erst einmal eines Problems, wenn wir feststellen, dass wir kein Problem haben, brauchen wir auch keine Vorschläge zu machen. Und zu guter Letzt: meine Töchter sind schön, intelligent und durchsetzungsfähig, dafür habe ich meinen Beitrag geleistet.

  28. Volker Oertel

    Ein Hinweis auf eine Studie im EU-Kontext von 2008:
    “Geschlechterquoten bei Wahlsystemen und ihre Umsetzung in Europa”

    http://www.statsvet.su.se/forskning/wip/dokument/wip_Electoral_Gender_Quota_Systems_german.pdf

    Habe leider noch keine Zeit gehabt, diese zu lesen.
    Aber dieses Zitat aus der Zusammenfassung verspricht einen interessanten Beitrag zur Diskussion:
    “Der vorliegende Bericht kartiert die Verbreitung von Geschlechterquoten in Europa und listet die zahlreichen unterschiedlichen Regelungen in der Praxis der Länder auf. Dabei werden die Argumente für und gegen die Festsetzung von Quoten beleuchtet sowie die Umsetzung und Wirkung von Geschlechterquoten im Einzelnen untersucht.”

  29. Uwe Mersch

    Hallo,
    ihr solltet mal den Pressetext der Grünen BW durchlesen. Es ist keine Frauen, sondern eine Frauen u. Männerquote, und diese ist nötig. Wenn ich vor Ort unsere CDU ansehe mit knapp 60 Mitgliedern und einer grossen Frauen Union ist es für mich unverständlich, dass nur 3 oder 4 Frauen auf eine Liste mit 18 Kandidaten kommen. Dies hat nichts damit zu tun, dass die Männer bessere Politik machen (zumindest wenn ich unsere männl. CDU Gemeinderäte ansehe), sondern wie ich vermute mit dem, vorsichtig ausgedrückt, konservativen Lebensstil dieser Partei. Wenn eine Partei wie die Piraten einen Frauenanteil von 20 % habt, ist es nach dem neuen Gesetz kein Problem die fehlenden Frauenplätze mit Männern zu besetzen.
    Nach Jahren des guten zuredens bezügl. Frauenbeteiligung in der Politik, die nichts gebracht hat, d.h. in manchen Parteien verdrängen die Männer die Frauen bei der Listenaufstellung, wird eine gesetzliche Regelung zwingend nötig. Das es kein Problem ist, auch auf dem flachen Land genügend fähige, politisch interessierte Frauen zu finden, beweisen seit Jahren die Grünen.
    schönen Tag noch
    Uwe

  30. Danke für den Link! Dort gibt es
    “Argumente für Quoten:
    • Politische Versammlungen sollten die größten sozialen Gruppen der Gesellschaft abbilden.
    Da die Bevölkerung zur Hälfte aus Frauen besteht, sollten Frauen auch die Hälfte aller
    Positionen in den Entscheidungsgremien besetzen.
    • Bei politischer Repräsentanz geht es nicht allein um Verdienste und Kompetenzen. Es geht
    darum, das Volk zu repräsentieren.
    • Die politische Repräsentation dient Recht und Gerechtigkeit. Als Bürgerinnen haben Frauen
    das Recht, im gleichen Maße vertreten zu werden. Wie lässt sich die Tatsache, dass Männer
    weltweit über 80 Prozent der Parlamentssitze innehaben, rechtfertigen?
    • Quoten für Frauen sind nicht diskriminierend. Vielmehr schaffen sie einen Ausgleich für
    verschiedene Barrieren, die Frauen daran hindern, einen angemessen Anteil der
    Parlamentssitze zu erringen, und sie verhindern den Aufbau weiterer Hürden und
    Ausgrenzungsmechanismen.
    • Quoten für Frauen stellen keine Diskriminierung gegen einzelne Männer dar. Vielmehr
    schränken Quotenregelungen die Tendenz der Parteien ein, vorwiegend Männer zu
    nominieren, und zwingen sie die Parteien zugleich, sich nach aktiven und kompetenten
    20
    weiblichen Kandidaten umzusehen. Für die Wähler bedeutet dies eine Erweiterung ihrer
    Möglichkeiten, da sie nun auch für Parteien mit Kandidatinnen stimmen können.
    • Frauen sind ebenso qualifiziert wie Männer, doch werden ihre Befähigungen in einem von
    Männern dominierten politischen System abgewertet und minimiert.
    • Die Erfahrung von Frauen wird im politischen Leben benötigt. Politische Versammlungen
    sollten sämtliche Ressourcen aller Kompetenzpools einer Gesellschaft nutzen.
    • Frauen werden am besten durch Frauen vertreten, da diese im Gegensatz zu Männern ein
    besonderes Verständnis dafür haben, was Gleichstellung für sie bedeutet.
    • Quoten sind eine rasch greifende Methode zur Erhöhung des Frauenanteils unter
    Abgeordneten. Die Einführung von Quoten beschleunigt somit diesen Prozess und führt zu
    sprunghaften Anstiegen der Anzahl gewählter Frauen.
    • In anderen Ländern finden Quoten bereits Anwendung, und mehrere international
    anerkannte Übereinkommen, darunter das CEDAW (Übereinkommen zur Beseitigung jeder
    Form von Diskriminierung der Frau), sowie die Aktionsplattform von Beijing aus dem Jahr
    1995 haben Zielvorgaben für die politische Vertretung von Frauen verabschiedet.
    • Quoten – formale wie informelle – werden bereits für andere Kategorien bei
    Nominierungsverfahren angewendet, zum Beispiel in Bezug auf geografische Regionen,
    Gewerkschaftsinteressen, Beschäftigung, Alter usw.
    • Die Einbeziehung von Frauen könnte zum Demokratisierungsprozess beitragen und die
    Legitimierung der etablierten Demokratien erhöhen.”

  31. Kaitlyn

    Wir Piraten müssen keine Tupperparty entern, um politikinteressierte Frauen für die Partei zu ködern. Frauen kommen ganz von selbst, wenn das Umfeld stimmt und harmonisch passt. Gerade habe ich mal gegoogelt: die Grünen haben einen Frauenanteil von rund 38% in der Partei. Warum klappt das bei den Piraten nicht, trotz aller Beteuerungen und Statements zur Genderdiskussion? Eine Antwort auf diese Frage habe ich inzwischen selbst herausgefunden: Frauen, die bereits bei den Piraten waren, wurden von den Chauvies der Partei oftmals wieder verschreckt und sind wieder weggelaufen. Zu dieser Erkenntnis hat auch Marina Weisband kürzlich geäußert: http://www.welt.de/politik/deutschland/article106260728/Weisband-sieht-Mobbing-und-Sexismus-bei-Piraten.html

  32. Rolf Schlichting

    Frauenquote hin oder her, es ist einfach so das Frauen leider sehr viel weniger an Politik interessiert sind wie Männer.
    Ich bin schon 67, verheiratet und sehe eigentlich diese Debatte leidenschaftslos.Meine Frau regt sich deutlich über mein politisches Engagement auf, ich hätte nichts dagegen wenn Sie mal die Kurve in die andere Richtung nehmen würde. Aber ich halte Ihr das persönlich nicht vor und sehe einfach das unsere Damen oftmals Politik allein aus dem Bauch heraus entscheiden. Weil der Sprecher gerade dem Idealbild der Damen entspricht und auch sehr nett zu sein scheint ist eben alles Richtig was er da von sich gibt. Bei mir ist das erst dann richtig wenn es auch logisch ist. Das ist eben der kleine Unterschied zu unseren Damen.

  33. Andrea (wako)

    @ Kaitlyn: Ich bin mit dem Thema “Frauen bei den Piraten” schon eine Weile unterwegs und versuche, die AG 2X wiederzubeleben. Du hast Recht, auch ich bin bei meinen Recherchen auf viele Frauen in der PP gestoßen, die sich demotiviert zurückgezogen haben. In letzter Zeit treffe ich aber auch hier in NRW viele neu Dazugekommene ü40 Frauen, die sehr wohl vorhaben, sich in der PP zu behaupten und die Männer hier sind lernfähig 🙂
    Ein Grund, warum noch nicht so viele Frauen bei der PP sind, ist m.E. die einschlaegige Presse, mit ewig gleichen Bildern. Beim Balkenkucken auf der Wahlparty in Düsseldorf z.B. hatten sich mehrere Frauen vor die Kameras postiert, an uns wurde schlichtweg vorbeifotografiert, in die andere Ecke, wo die na ja Trolls standen.
    Allgemein bin ich gegen die Frauenquote in allen Bereichen, bei den Grünen sieht man doch an der Spitze auch immer die gleiche 3 Gesichter…. Also: Die modernste Partei Deutschlands braucht keine Frauenquote aber mehr Frauen!
    Sonnige Grüße aus NRW, bleibt flauschig sagen wir hier, wenn uns der Ton nicht gefällt, und den Begriff haben nicht die Frauen eingeführt!
    P.s. Zu diesem Forum bin ich geraten, weil ich auch bei der AG Maenner mithorche 😉

  34. @ Gerda: Es ist Volker Oertel vermutlich nicht schwer gefallen, eine von unzähligen “Studien” zur Frauenquote zu finden, die von Feministen produziert wurden. Schließlich gibt es genauso unzählige Gender-Lehrstühle, die davon leben, solche “Studien” zu produzieren.
    Um auf dein Post einzugehen, fehlt mit im Moment die Zeit. Vermutlich würde auch niemand hier wirklich mehrere Seiten darüber lesen wollen.

  35. @Andrea,
    nett dass wir uns hier treffen, ich horche aber nicht bei der AG Männer mit, sondern versuche dort mitzuarbeiten.

    Ich freue mich über jede Frau, die bei der PP mitmacht. Ich ärgere mich über jeden Feministen, der versucht, die PP zu gendern.

    Es gibt in sämtlichen anderen Parteien besondere Abteilungen, in denen Frauen gepampert werden. Nicht weil man sie als besonders qualifiziert, geeignet, engagiert oder sonst etwas hält, sondern nur, weil es Frauen sind. Und das Ergebnis: Die Frauen haben kein Interesse und es sind deutlich weniger Frauen als Männer in den Parteien aktiv. Bei den Grünen gibt es das gegen den Artikel 3 des GG verstossende Frauenstatut. Dort kommen mindestens 50% der Frauen auf Pöstchen. Trotzdem sind deutlich weniger Frauen als Männer in der Partei. Das belegt eindrucksvoll, dass Quoten nicht dazu geeignet sind, Frauen für die Parteien zu interessieren.

  36. “Die Piratenpartei Baden-Württemberg fordert neue Lösungsansätze, die möglichst alle Menschen für mehr politische Arbeit motivieren”. Das klingt schön, aber solange wir keinen besseren Entwurf haben können wir uns einer Quote nicht gänzlich verschliessen.

  37. @Jalte
    Ich verstehe nicht so genau, was Du damit sagen willst, dass es Genderlehrstühle und Studien über die Relevanz, Umsetzung usw. von Frauenquoten in verschiedenen Ländern und Parteien teils freiwillig teils gesetzlich gibt. Es klingt aber so, als sei das “böse” und “ih-bah”, wie überhaupt eine Frauenquote als Ih-bah und böse dazustehen scheint.
    Ich finde die Argumente, die ich da zitiert habe, gut und sachgerecht.
    Ich kann verstehen, dass es eine Angst gibt, dass Frauen, die als politisch desinteressiert und inkompetent wahrgenommen werden, einem kompetenteren Mann den Job wegnehmen könnten, bloss aufgrund von Quote. Aber wieviele der 20% Frauen bei den Piraten dann tatsächlich so wenig Kompetenz haben, dass jeder männliche Pirat besser wäre, das kommt mir doch fraglich vor.

  38. @Martin Lange:
    Da offensichtlich niemand in der Lage oder gewillt ist, Deine Behauptung zu belegen, dass das Frauenstatut der Grünen vom Bundesverfassungsgericht genehmigt worden sei, bleibe ich dabei:
    Das Frauenstatut der Grünen steht im Widerspruch zum Grundgesetz.

  39. @Gerda: Ich will damit sagen, dass es ein inzwischen unüberschaubares Netz von Genderlehrstühlen gibt, die quantitativ unüberschaubares Material zur Unterstützung ausschließlich der feministischen Ideologie produzieren.

    Das ist “böse” und “ih-bah”, wie überhaupt eine Frauenquote Ih-bah und böse ist.

    Beispiel: Wieviel Geld pumpt das Berliner Ministerium für alle Menschen außer unverheirateten Männern zwischen Jugend- und Seniorenalter in feministische Kanäle und wieviel Geld hat es für Männer übrig?

  40. @Bernd:
    Wieviele Frauen sind in B-W in der PP?

    Wenn Du eine Quote wie bei den Grünen möchtest, musst Du aber auch mit dem Lasso die Frauen einfangen, die Du mit Pöstchen beglücken möchtest. Und dann musst Du gehörig aufpassen, dass in Deinem Lasso nicht womöglich ausgerechnet die Leute landen, die Du eigentlich nicht bei der PP sehen möchtest. Oder diejenigen, die gar keine Pöstchen wollen.

  41. @Jalte
    Diese Wertungen beenden eine konstruktive Diskussion, bevor sie überhaupt jemals angefangen hat. Das ist Diskussionsverweigerung.

    Wie das mit dem Berliner Ministerium ist, weiß ich nicht.

    Ich verstehe Dich so, dass Du Dich als Mann diskriminiert fühlst. Ich sehe keine Unterstützung ausschließlich feministischer Ideologie. Ich sehe ein sehr fundiertes Untersuchen der Ursachen von Diskriminierung in Umsetzung des Antidiskrminierungsgesetzes. Ich verstehe auch, dass es schwer ist, die Ursachen für die Entstehung von Antidiskriminierungsgesetzen und die Notwendigkeit deren Umsetzung mit der notwendigen politischen wie menschlichen Sensibilität nachzuvollziehen.

  42. KäptnSharky

    Hallo Leute,

    grundsätzlich ist es meiner Meinung richtig, dass nicht das Geschlecht die Grundlage einer Wahl sein sollte. Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Quotenregelungen, dort wo sie angewandt wird, Frauen in politische Ämter gebracht haben. Ich finde es zum Beispiel gut, dass in der Berliner Runde des ARD, mittlerweile genauso viele Frauen vertreten sind, wie Männer. Und dass ist sicherlich ein Erfolg der Quotenregelung. Ich bin der Meinung, dass dies ein Thema ist, dass nochmals bei uns Piraten ausführlich, und mit belastbaren Daten, beleuchtet und ausgiebig sachlich vorbereitet und vielleicht im Rahmen eines Kongresses diskutiert werden sollte. Unsere Argumente gegen die Quote, sind meiner Ansicht nach, ziemlich flach. Die ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema hat auch den Charme, uns einen eigenen Weg zu erschließen, der Frauen in großer Breite zu Piratinnen macht. Gerne diskutiere ich darüber auch in Twitter. Und…, ich bin eindeutig männlich. Und noch was, macht die Feministinnen nicht immer nicht so schlecht. Alice Schwarzer ist in der Femiszene auch nicht das Aushängeschild, sondern sehr umstritten. Und, ich habe Respekt davor, was diese Bewegung in den letzten Jahrzehnten erreicht hat.

  43. @ Gerda:
    Diese Wertungen hast Du selbst vorgegeben. Ich habe sie bestätigend aufgegriffen.

    Unter Diskussionsverweigerung verstehe ich, dass Du über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (das Ministerium, in dessen Namen Männer nicht vorkommen) bzw. dessen Tätigkeit nicht diskutieren möchtest.

    Ich fühle mich als einzelner Mann persönlich nicht von Feministen diskriminiert, wohl aber die Männer allgemein. Ich sehe eine nicht zu rechtfertigende Bevorzugung von Frauen, die das Kernthema des Feminismus ist. Die Ursachen für feministisch motivierte Gesetze liegen in einem Überstülpen von feministischen Ideen von oben nach unten. Das lässt sich über die UN, die EU, die BRD verfolgen. Die Forderungen der Weltfrauenkonferenz in Peking entstanden nicht demokratisch, trotzdem wurden sie von der UN aufgegriffen und zur Pflicht für alle Staaten gemacht. Auch die Umsetzung des Gender Mainstreaming durch Gerhard Schröder für D. erfolgte ohne Diskussion und Abstimmung, also undemokratisch.

  44. @KäptnSharky
    Ich mache Feministinnen nicht schlecht.
    Vielmehr unterscheide ich konsequent zwischen Feministen (Anhänger einer Ideologie, Männlein wie Weiblein) und Frauen (eine Hälfte der Menschheit). Die Anhänger der feministischen Ideologie kritisiere ich.

    Ich mag Frauen und würde deshalb gerne in Parteien und Parlamenten ganz viele Frauen sehen. Aber bitte keine Quotenfrauen!
    Ich sehe in der Frauenquote eine Diskriminierung von Frauen, weil überall, wo Frauen per Quote hinkommen, die Frage im Raum steht: Ist diese Frau wegen der Quote oder wegen ihrer Qualifikation dort hin gekommen? Damit geschieht all den qualifizierten Frauen Unrecht, die auf Grund ihrer eigenen Leistungen zu ihren Posten gekommen sind.

  45. KäptnSharky

    @Jalte: Die Frage ist halt auch, ob sich Frauen wegen der Quote diskriminiert fühlen. Entsprechendes ist mir persönlich noch nicht zu Ohren gekommen. Aber vielleicht äußern sich mal Frauen bei uns dazu. Die Frauen in der Politik, die über die Quote, Ämter erhalten haben, halte ich weder für schlechter noch besser. Damit hat dass nach meiner Überzeugung nach, nichts zu tun. Tatsache ist und bleibt, dass in allen Parteien ohne Ouote, Frauen unterrepräsentiert sind. Ich wünsche mir jetzt nicht unbedingt die Quote, aber eine, bei den Piraten bereit angelegte, sachliche, tiefgreifende und ergebnisorientierte Diskussion, und in der Folge, Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass aus sehr vielen Frauen Piratinnen werden.

  46. @Jalte: sorry ich habe nirgends eine Quote für die PP gefordert. Ich bin gerne in meiner Macho Partei 🙂 In der Wirtschaft und Verwaltung sehe ich aber positive Effekte einer Quote (und die muss auch nicht bei 50% liegen).

  47. @Jalte
    Falsch verstanden. Habe die Wertungen nicht vorgegeben, sondern Deinen O-Ton gespiegelt. Falsch verstanden: Wenn Du das möchtest, diskutiere ich auch mit Dir über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, habe nichts gegenteiliges gesagt.

    Die nicht zu rechtfertigende Bevorzugung von Frauen ist sicher nicht das Kernthema des Feminismus! Wo hast Du das denn her? Da bist Du falsch informiert.

    Wenn etwas nicht zu rechtfertiegen ist, dann die Benachteiligung von Frauen, und dagegen wendet sich Feminismus. Mord, Vergewaltigung, weniger Lohn, Dominanz von Männern und “männlichen” Werten privat, in der Politik, in der Wirtschaft, im Beruf, das sind Fakten, mit denen sich Frauen auseinandersetzen müssen. Der Feminismus hat hier Grundlagenforschung betrieben und Wege gesucht und gefunden, dies zu verändern und zu verbessern. Dass dies notwendig ist, ist und bleibt unbestritten, auch wenn du persönlich das nicht siehst. wenn Männer sich allgemein benachteiligt fühlen außer dir persönlich, dann können sie sich genausogut vernetzen und dafür kämpfen, dass diese Benachteiligung aufhört,wie das Frauen seit 40 oder 50 Jahren in der Frauenbewegung konnten und können.

  48. @19 (Gerda):

    Du hattest geschrieben: “da sind mir die Grünen einfach lieber, als die Piraten, was die Frauenfragen und die Konsequenz mit Quoten angeht. Die fehlende Sensibilisierung, die fehlende Kompetenz über die Frauenfrage und die fehlende Konsequenz sind für mich wirklich DER Punkt, weswegen ich Piraten im Moment nicht wählen werde”

    Bei mir ist es umgekehrt. Ich als Mann möchte keine Partei wählen, bei der ich aufgrund meines Geschlechts benachteiligt werde. Daher kann ich weder Linke, noch SPD, noch die Grünen jemals wählen.

    Mir gefällt der postgender-Ansatz der Piraten hervorragend, da er als einziger das richtige Ziel im Auge hat. Echte Gleichstellung werden wir erst haben, wenn wir bei allem eben nicht mehr fragen, welches Geschlecht damit zusammen hängt. Durch die immer stärkere Trennung von Männern und Frauen wird das eigentliche Ziel nicht realisiert werden.

    Daher werde ich die Piraten wählen, solange diese den postgender-Ansatz haben. In dem Moment, in dem die Piraten ebenfalls für eine Frauenquote sind, werde ich diese auch nicht mehr wählen. Und ich weiss, dass ich mit der Ansicht absolut nicht alleine bin.

  49. Ob es Frauen gibt, die sich durch eine Quote diskriminiert fühlen: es gibt schon ganze Netzwerke von Frauen gegen Quote. Ein Beispiel:
    http://frau2000plus.net/?page_id=599

    Im Dezember 2010 hat der deutsche Bundestag eine Petition für eine Männerquote in Frauendominierten Berufen unter anderem deshalb abgelehnt, weil der Bundestag verfassungsrechtlichen Gründe geltend gemacht hat.

    Sollten Frauen sich wirklich erst in Parteien einbringen
    wenn sie mit einem roten Teppich, garantierten Posten und einem politischen Frauen-Bespaßungs-Programm das sich Gleichstellung nennt, geködert werden?
    Sind die Männer in einer Partei die bis dato die ganze Arbeit geleistet haben so viel weniger Wert? Ich meine nicht.

  50. Ursel Kooke

    Ich schwanke zwischen amüsiert und entsetzt. Die Diskussion um Quote und Frauenbeteiligung in Parteien hatte Deutschland bereits Ende der 70er und Anfang der 80er des vergangenen Jahrhunderts.

    Und zwar mit -allen- Argumenten, die in diesem Thread zu lesen sind.
    Es scheint so, dass trotzdem jede Generation die gleichen Rangeleien durchmachen muss.

    Die PP würde gut daran tun, die Ergebnisse der Genderforschung, die seit dieser Zeit viele valide Ergebnisse geliefert hat, anzuerkennen und von Stammtischparolen runterzukommen.

    Und denen, die das Wort Quote nicht mögen, weil es in Verbindung mit Frauen benutzt wird, dürfen auch Proporz sagen.
    Es gibt bei der Listenaufstellung bei fast allen Parteien Quoten oder einen Proporz. Da muss sichergestellt sein, dass in den Kommunen die Ortsteile vertreten sind, dass Gewerkschaftsmitglieder und die Vorsitzenden der Vereine auf die Listen kommen. Und an markanter Position kommen die hin, die schon mal “drin” waren.
    Da ist dann so manches Mal für Frauen kein Platz mehr.

    Aber argumentiert wird dann, dass es ja gar keine Frauen gibt, die auf die Liste wollen.

    Es wird bei den Piraten darauf ankommen, an ihren Stammtischen einen menschenfreundlichen und friedlichen Umgangston zu schaffen. Eine Umgebung, in der Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit um den gemeinsamen Weg und die gemeinsamen Ziele streiten und sich vertragen können und in den Menschen gegenteiliger Ansicht Bereicherungen eigener Meinungsbildung sehen.

    Wenn Frauen nicht nur als Augenweide an Stammtischen wahrgenommen werden sondern als Bereicherung der PP durch diese speziellen Menschen, dann kann eine Quotenregelung, die mindestens 30 Prozent eines jeden Geschlechtes auf Listen oder in Vorständen fordert, ein Mittel dazu sein, sich zu erinnern an das andere Geschlecht, zumindest für ein paar Jahre.

    Es soll in den 80ern des 20sten Jhdts im Raum Hildesheim einen SPD-Vorstand gegeben haben, in dem die Männerquote nicht eingehalten werden konnte….. weil nicht genug Männer kandidiert haben. Die Beisitzerpöstchen konnten nicht alle besetzt werden.
    Aber all die anderen waren Vorstände und Listen, in denen trotz Verankerung im Organisationsstatut die Mindestquoten nicht erreicht werden konnten, weil Frauen genau dann was Besseres zu tun haben, als sich auf den Stammtischen anmachen zu lassen oder übersehen zu werden.

    Bei den Grünen ist die Beteiligung von Frauen besser, weil im Großen und Ganzen ihre Themen wichtiger genommen werden und sie sich von Frauen auch besser repräsentiert fühlen.

    Die PP besteht -noch- hauptsächlich aus technikaffinen Menschen. Trotzdem braucht es Menschen, die sich auszudrücken vermögen, integrativ wirken können. Socials wie Paintball-Sessions sind kontraindiziert (wie bei den Piraten im SEK)

    Gruß aus der Haecksenkueche, Strix

  51. Michael Baleanu

    @Gerda
    “Dominanz von Männern und “männlichen” Werten privat” ?

    Wo genau kommt DAS her, bei einer 95%-Quote von Mütter bei Alleinerziehenden?

    “in der Politik”??
    http://www.focus.de/kultur/leben/zeitgeist-das-privilegierte-geschlecht_aid_196481.html#table_84037
    In allen Parteien ist der Anteil der Frauen in der Führungsebene weit über ihren Anteil bei den Mitgliedern!

    “weniger Lohn”???
    Frauen arbeiten weniger, habe eine vollkommen andere Berufswahl als Männer, darauf hat das Statistische Bundesamt x-mal hingewiesen.

    In Polen gibt es eine Lohnschere von 2%, in den neuen Bundesländern von 6% im öffentlichen Dienst von 7%. Am Anfang eines Berufslebens liegt die Lohnschere bei 0%.

    Es scheint sich noch nicht ganz herumgesprochen zu haben: Eine niedrige Lohnschere bedeutet einen niedrigen Lohn für beide Geschlechter und weniger Zeit für die Familie ebenfalls für beide Geschlechter!!

  52. Der Post-Gender-Ansatz stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Piraten unter allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien dar. Ich kann nur dringenst raten, diesen Standpunkt nicht aufzugeben. Wenn sich Feministinnen wie z.B. Domscheit-Berg bei den Piraten engagieren möchten, jene aber in ihrem Sinne umzugestalten gedenken, dann sind sie m.E. bei den GrünInnen besser aufgehoben. Die Piraten sollten sich nicht feministisch unterwandern lassen – von solchen Parteien haben wir schon mehr als genug.
    Grüße und gutes Gelingen, Lomax

  53. Dominik

    Was heißt hier bitte “unterwandert”? Jeder darf seine Meinung in die Partei einbringen, und wenn diese Meinung eine Mehrheit findet, sollten die Partei bzw. die Abgeordneten entsprechend agieren. Norwegen ist das beste Beispiel FÜR eine Frauenquote in der Wirtschaft und der Verwaltung, da man nur durch von oben erzeugten Druck eine wirkliche Gleichstellung beider Geschlechter erreichen wird.

    Liberal heißt nicht, dass man einfach alles entregulieren sollte.

  54. Lennard Wasserthal

    Regt euch ab, man! In diesem Grünen-Vorschlag ist ganz eindeutig auch von einer Männerquote von 50% die Rede! Und wenn ihr nicht genug Frauen habt, die gamen halt nicht so gerne, dann sieht dieses Gesetz für euch auch eine Ausnahme vor, so lange ihr alle Frauen nehmt die ihr habt kann eure Partei trotzdem die Stimmen verwenden die sie kriegt. Seid bloß nicht so dumm, jetzt das Kernthema zu riskieren, von mir aus sollen es halt die Frauen 1000mal leichter haben, euch zu helfen, DRM und defective-by-design zu verbieten. Ihr Piraten sollt die Interessen der Bürger durchsetzen, nicht eure als Politiker!!!

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