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400 Menschen demonstrieren in Stuttgart im Rahmen der Tanzdemo für die Trennung von Staat und Religion

Am heutigen Karfreitag haben auf dem Stuttgarter Karlsplatz 400 Menschen für die Trennung von Staat und Religion demonstriert. Aufgerufen zur “Tanzdemo” hatte die Piratenpartei gemeinsam mit den Humanisten, den Jungen Sozialisten, der Giordano-Bruno-Stiftung und den Climax Institutes. Die Demonstration richtet sich nicht nur gegen das Tanzverbot, welches bestimmte öffentliche Aufführungen an Karfreitag und weiteren Feiertagen untersagt, sondern grundsätzlich gegen die zu starke Verflechtung von Staat und Religion.

“Wir demonstrieren heute, am Karfreitag, weil man uns heute zuhört. Dabei geht es uns keineswegs nur um die stillen Feiertage.”Oliver Burkardsmaier

“Wir demonstrieren heute, am Karfreitag, weil man uns heute zuhört. Dabei geht es uns keineswegs nur um die stillen Feiertage. Wir wollen auch, dass das kirchliche Arbeitsrecht abgeschafft wird. Das erlaubt es nämlich, Mitarbeitern zu kündigen, weil sie schwul oder lesbisch sind. Und sogar, wenn sie sich scheiden lassen. Wir reden hier übrigens von Arbeitsplätzen, die zum großen Teil mit Steuermitteln finanziert werden”, so Oliver Burkardsmaier, stellvertretender Landesvorsitzender der Piratenpartei, in seiner Rede.

“Wir demonstrieren ausdrücklich nicht gegen die Kirchen. Wir wollen aber, dass die Kirchen keinen Einfluss auf die Gesetze in unserem Land nehmen.”Oliver Burkardsmaier

“Immer wieder wird ja auch gerne erzählt, dass das Christentum ja zu unserer Kultur gehören würde. Das stimmt schon, das tut es. Das Judentum übrigens auch, und eine Menge anderer Religionen genauso. Deren Feiertage schützt aber niemand. Vor allem aber gehört zu unserer Kultur die Aufklärung und die Religionsfreiheit”, so Burkardsmaier weiter. “Wir demonstrieren ausdrücklich nicht gegen die Kirchen. Wir wollen aber, dass die Kirchen keinen Einfluss auf die Gesetze in unserem Land nehmen. Das Grundgesetz sichert uns zu, dass wir nicht zur Teilnahme an religiösen Handlungen verpflichtet werden dürfen. Es sichert uns auch zu, dass wir eine Religion frei wählen können, und auch frei wählen können, keiner Religion anzugehören.”

“Ich werde am heutigen Tag in meinem Glauben eingeschränkt, weil ich dazu gezwungen werde an dieser öffentlichen Trauer teilzunehmen. Christen hörte ich in den vergangenen Tagen oftmals sagen, dass man dann arbeiten müsste, an den christlichen Feiertagen. Das tun wir. Viele Berufe wie Hausfrau und Mutter, Krankenschwestern, Polizisten oder die Feuerwehr können gar nicht einen ganzen Tag lang aussetzen”, kommentiert Stephan Erdmann, Pirat, die Veranstaltung.